Erneuerbare Energie

110 Mio. t weniger CO2 durch Biokraftstoffe

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 20.09.2021 - 14:09

Die Biokraftsoffbranche begrüßt höhere Quoten im Verkehr, allerdings gilt künftig eine Obergrenze für Biodiesel und Bioethanol.

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Nach dem Beschluss des Bundesrats am vergangenen Freitag (17.9.) können nachhaltige Biokraftstoffe über 110 Mio. t CO2 im Verkehr einsparen. Insgesamt sollen es durch das Anheben der Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) von derzeit 6 % auf 25 % im Jahr 2030 rund 175 Mio. t sein, so der Bundesverband Bioenergie (BBE). Bereits ab 2022 erhöht sich die Quote auf 7 Prozent. Für den Anteil von Biokraftstoffen aus Nahrungs- und Futtermitteln wie Biodiesel oder Bioethanol gilt aber künftig eine Obergrenze von 4,4 %. Darunter fallen auch Kraftstoffe aus Palmöl. Ab 2023 ist der Einsatz von Palmöl aber von der Quotenanrechnung ausgeschlossen.

„Bei allem Potential, das in der Elektromobilität und der Wasserstoffwirtschaft liegt, dürfen wir nicht vergessen, dass an den markteingeführten Biokraftstoffen kein Weg vorbeiführt, wenn wir unsere Klimaziele erreichen wollen. Es ist bereits heute absehbar, dass auch im Jahr 2030 noch ein Großteil der Fahrzeugflotte mit Verbrennungsmotoren unterwegs sein wird, die auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten müssen. Wichtig ist daher, dass der Anteil der markteingeführten Biokraftstoffe mindestens abgesichert und durch den Ausbau fortschrittlicher Biokraftstoffe ergänzt wird“, sagt BBE-Vorstand Udo Hemmerling.

 

Weitere Anpassungen gefordert

Die Anhebung der THG-Quote ist ein wichtiger Schritt, muss aber laut Hemmerling durch weitere Maßnahmen flankiert werden. So müsse das Gesetz dringend um Regelungen in der 10. Bundesimmissionsschutzverordnung ergänzt werden, damit höhere Beimischungsanteile von Biodiesel und Bioethanol zugelassen werden können.

Mit der Nutzung von B10 und B30 (bis zu 10% bzw. 30% Biodiesel im Dieselkraftstoff) bzw. Super E10 und perspektivisch E20 kann nach BBE-Einschätzung kurzfristig ein großes zusätzliches THG-Minderungspotenzial gehoben werden. Daneben ist auch der Ausbau der Fahrzeugflotte an Fahrzeugen, die mit verflüssigten Erdgas ( so genanntes LNG) betrieben werden, und der dazu nötigen Infrastruktur wichtig, um den Einsatz von Biogas aus Abfall und Reststoffen zu forcieren. „Nur wenn alle Optionen voll zur Entfaltung kommen, kann die Quote auch erreicht werden“, führt Hemmerling aus.

Die umstrittene Anrechnung von Emissionseinsparungen bei der Erdölförderung (Upstream Emission Reductions, UER) auf die THG-Quote ist ab 2026 nicht mehr erlaubt. Hemmerling begrüßt das Abschaffen diese „Bilanztricks“, da die Reduktionseinsparungen weder in Deutschland noch in der Mobilität stattfänden. Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Bundes-Klimaschutzgesetz ist die Weiterentwicklung der THG-Quote laut BBE ein wichtiger Schritt, um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen.