Ernte 20108

Wundersame Maisvermehrung in China

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aiz
am Montag, 12.11.2018 - 12:13

China schmeißt über Nacht das bisherige Bilanzbild der weltweiten Getreideversorgung über den Haufen.

Auf ansonsten nach wie vor ereignislosen internationalen Getreidemärkten sorgte dieser Tage - just kurz vor Erscheinen des monatlichen WASDE-Berichts des US-Landwirtschaftsministeriums zu den weltweiten Versorgungsbilanzen - eine "wundersame Maisvermehrung" in China für Kopfschütteln und Achselzucken.

Unter Herausrechnung Chinas, dessen Produktion und Handel mit Ausnahme des Sojakomplexes nicht als relevant für die Weltmärkte und deren Preisbildung angesehen wird, stellt das US-Agrarressort (USDA) die globalen Weizen- und Maisbilanzen mit einem Abbau der Lagerbestände nahezu unverändert und insbesondere bei den marktrelevanten Exporteuren als knapp dar.

Die internationalen Terminbörsen zeigten sich daher von dem durch China über Nacht über den Haufen geworfenen bisherigen Bilanzbild der weltweiten Getreideversorgung kaum beeindruckt. Im Gegenteil, stützend wirkten sogar reduzierte Ernteprognosen für Mais und Sojabohnen in den USA. An der Euronext in Paris verharrte der Dezember-Mahlweizenkontrakt die letzten Tage weiterhin in seiner seit Wochen anhaltenden Seitwärtsbewegung um 200 Euro/t.

Menge entspricht mehr als 87 österreichischen Ernten

Das China National Grains and Oils Information Center (CNGOIC) revidierte diese Woche auf Basis des jüngsten, alle zehn Jahre vorgenommenen chinesischen Agrarzensus die Maisernten des Reichs der Mitte für den Zeitraum 2015 bis 2018 gegenüber den bisherigen offiziellen Statistiken um 170 Mio. t nach oben.

Das entspricht mehr als 87 österreichischen Maisernten von jährlich durchschnittlich 1,95 Mio. t. Allein Chinas aktuelle Maisernte 2018 hebt das USDA binnen Monatsfrist von 225 auf 256 Mio. t an. Es seien schlicht 7 Mio. ha Maisanbauflächen nicht in die Statistiken eingegangen - dies sind 83% der österreichischen Staatsfläche oder das 5,3-Fache der heimischen Ackerfläche.