Körnerleguminosen

Weltweit mehr Futtererbsen geerntet

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Montag, 25.01.2021 - 14:05

Vor allem in Kanada wurden als einem der wichtigsten Erzeugerländer im laufenden Wirtschaftsjahr mehr Futtererbsen gedroschen.

Berlin - In anderen wichtigen Erzeugerstaaten wurden hingegen teils ein kräftiges Minus verbucht. Da das Plus aber überwiegt, werden weltweit insgesamt etwas mehr Futtererbsen von den Feldern geholt als im Vorjahr. Zu dieser Einschätzung kommt die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) nach Angaben des Internationalen Getreiderates (IGC).

Rückgänge in den USA

Eiweißpflanzen

Dem IGC zufolge dürften im Wirtschaftsjahr 2020/21 rund 14,3 Mio. t Futtererbsen weltweit geerntet werden. Das wären rund 0,3 Mio. t mehr als im Vorjahr. Diese Prognose fußt hauptsächlich auf den höheren Ernteschätzungen für Kanada, Russland und Australien.

In Kanada – dem wichtigsten Erzeugerland weltweit – sollen mit 4,6 rund 0,4 Mio. t mehr Futtererbsen gedroschen worden sein als im Vorjahr. Aufgrund höherer Erträge fällt auch die australische Erzeugung mit 300.000 t um knapp ein Drittel höher aus als zuvor. Für Russland wird, trotz der Berichte über zu trockene Vegetationsbedingungen, die Futtererbsenernte 2020 mit 2,4 Mio. t leicht über Vorjahresvolumen taxiert. In der EU-27 sollen mit 2,1 rund 0,1 Mio. t mehr Futtererbsen geerntet worden sein als im Vorjahr.

In den USA und der Ukraine sind die Ernten, laut IGC, hingegen kräftig gesunken. Die US-Erzeugung dürfte sich auf 0,8 Mio. t belaufen und das Vorjahresniveau damit um 17 % verfehlen. In der Ukraine sollen mit 0,5 Mio. t rund 12 % weniger zusammengekommen sein. Der Auslöser dafür dürften nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) die trockenen Vegetations- und Erntebedingungen gewesen sein.

EU hat hohen Importbedarf an Futtereiweiß

Mit Blick auf den großen Importbedarf der Europäischen Union bei Futterprotein unterstreicht die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) das mobilisierbare große Anbaupotenzial bei Futtererbsen und den übrigen großkörnigen Leguminosen wie Ackerbohne, Lupine und Sojabohne.

Die Landwirtschaft stehe seit Jahren in den Startlöchern. Die Bedeutung dieser Kulturarten als Blühpflanzen für die Biodiversität und Stickstofffixierer für den Klimaschutz und damit deren Beitrag für die Ökosystemleistung erweiterter Fruchtfolgen seien hinlänglich bekannt, betont die UFOP. Angesichts des Klimawandels und Folgen sei jetzt der Handlungs- bzw. Erfolgsdruck enorm, bekräftigt der Verband unter Hinweis auf das 1,5-Gradziel bis 2030.

Körnerleguminosen seien ein essentielles Element zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit, für die Etablierung resilienter Fruchtfolgen und zur Erhöhung des Kohlenstoffgehaltes im Boden, erläutert die Förderunion. Die UFOP erinnert in diesem Zusammenhang an die vom Bundeslandwirtschaftsministerium angekündigte Ackerbaustrategie. Diese verfolge grundsätzlich das Ziel die Kulturartenvielfalt weiter zu entwickeln unter Berücksichtigung des heute schon mobilisierbaren und zukünftigen technischen Fortschritts in der Anbautechnik, Digitalisierung und Pflanzenzüchtung.