Getreidemarkt

Weizen und Mais legen den Rallyegang ein

Weizen
aiz
am Montag, 02.08.2021 - 13:18

Die Preise zogen an, beruhigten sich dann wegen den erwarteten Ernteergebnissen wieder. Sie liegen dennoch über 2020.

Im Rauf und Runter der Preise mit den Wetterberichten legten die Weizennotierungen und in ihrem Windschatten die von Mais dieser Tage an den internationalen Terminbörsen - zumindest kurzfristig - wieder den Rallyegang auf dem Weg nach oben ein. Bis Freitagmittag gewann der September-Weizenkontrakt an der Pariser Euronext gegenüber dem Schlusskurs vom vorigen Freitag (23. Juli) um 9,25 Euro auf 221,25 Euro/t und Mais alter Ernte zur Lieferung im August um 16 Euro auf 275 Euro/t sowie der aus der Ernte 2021 zur Lie ferung im November um 5,50 Euro auf 212 Euro/t. Lediglich der August-Rapsfuture gab über die Woche 4 Euro auf 528 Euro/t ab.

Der Internationale Getreiderat IGC senkt Ernteprognosen

Den Startschuss für die internationale Weizen- und Maisrallye gaben das nach einer Crop-Tour immer deutlicher werdende Desaster der US-Sommerweizenbestände, in den Prognosen gesenkte und hinter dem Vorjahr bleibende Weizenerträge in Russland sowie in Frankreich und Deutschland die Angst, exzessiver Regen schädige die Qualität der Ernte. Brasilien wird zudem von einer Frostwelle heimgesucht und Argentiniens Weizenexport wird von Niederwasser am Paraná behindert.

Der Internationale Getreiderat IGC mit Sitz in London senkte am Donnerstag im monatlichen Grain Market Report (GMR) die Prognose für die weltweiten Ernten sowie Endlager von Weizen und Getreide insgesamt und geht von nahezu neutralen Bilanzen aus. Die globalen Weizen- und Maispreise seien seit Juni gestiegen und Getreide, Mais und Sojabohnen seien deutlich teurer als vor einem Jahr.

Stottender russischer Weizenexportmotor

Zudem stottere zurzeit Russlands Weizenexportmotor und es käme bei vielen Geschäften der Mitbewerb zum Zug. Bei einem Weizentender der staatlichen ägyptischen Getreideagentur GASC kamen diese Woche die Ukraine mit 120.000 t und Rumänien mit 60.000 t als billigste Anbieter zum Zug.

Ägypten, der größte Weizenimporteur der Welt mit gut 10 Mio. t Zuschussbedarf, ist zurzeit recht umtriebig auf Einkaufstour. Die zur Lieferung zwischen 20. und 30. September erfolgten Zuschläge dieser Woche hätten laut Agenturmeldung FOB-Preise (Free on Board) von umgerechnet knapp 208 Euro/t bis fast 210 Euro/t. Diese liegen damit schon spürbar über den knapp 197 Euro/t, die Ägypten zuletzt vor 14 Tagen zu zahlen hatte. Mit 28 bis gut 29 Euro scheinen auch die zu den FOB-Preisen hinzukommenden Kosten für den Schiffstransport vom Schwarzen Meer recht hoch.