Carbon-Leakage

Wandert Ernährungsindustrie ab?

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Dienstag, 27.04.2021 - 09:34

Deutsche Hersteller sehen sich durch die CO2-Bepreisung von fossilen Brennstoffen massiv belastet.

Kohlendioxid

Berlin - Seit dem 1. Januar verfügt Deutschland über ein nationales Emissionshandelssystem nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz. Die damit verbundene CO2-Bepreisung von fossilen Brennstoffemissionen führt zu einer zusätzlichen Kostenbelastung beim Einsatz entsprechender Brennstoffe, die in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Mit der am 31. März beschlossenen Carbon-Leakage-Verordnung (BECV) hat sich das Bundeskabinett zum Ziel gesetzt, die Verlagerung von CO2-Emissionen (Carbon Leakage) zu vermeiden und abwanderungsgefährdete Unternehmen zu schützen. 

Dieses Ziel wird jedoch nach Ansicht der deutschen Ernährungsindustrie für die eigene Branche verfehlt: Deutsche Hersteller von Malz, Hefe, Ölen, Fetten, Getreideprodukten, Nudeln & Teigwaren, Stärke, Kollagen, Gelatine und Kakaohalberzeugnissen seien akut von der Gefahr von Produktionsverlagerungen ins Ausland oder gar Betriebsschließungen betroffen.