Lebensmittelpreise

Verbraucherpreise in Bayern steigen

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Montag, 30.08.2021 - 13:55

Die Preise für Nahrungsmittel steigen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,7 Prozent. Auch Fleisch verteuert sich. Die Bauern gehen leer aus.

Statistik

Die Inflationsrate liegt im August 2021, gemessen als prozentuale Veränderung des Verbraucherpreisindex für Bayern gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat, bei 3,9 Prozent. Ursächlich für diese starke Zunahme sind nicht nur hohe Preissteigerungen am Energiemarkt, sondern auch die vom Juli bis Dezember 2020 eingeführte Mehrwertsteuersenkung.

Die sogenannte Kerninflationsrate, also der Gesamtindex ohne Nahrungsmittel und Energie, beträgt 2,9 Prozent.

Nahrungsmittel

Die Preise für Nahrungsmittel steigen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,7 Prozent. Auch für Fleisch und Fleischwaren (+3,6 Prozent) sowie für Obst (+1,3 Prozent) erhöhen sie sich spürbar.

Deutlich nach oben entwickeln sich auch die Aufwendungen für Gemüse mit einem Plus von 10,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Energie / Kraftstoffe mit hohem Anstieg

Im August 2021 sind Heizöl mit einem Anstieg von 61,3 Prozent und Kraftstoffe mit 24,8 Prozent deutlich teurer als im Vorjahr. Preise für Strom erhöhen sich ebenfalls um 2,0 Prozent. Auch Gas wird teurer. Die Erhöhung im August ist hier mit 5,4 Prozent vergleichsweise moderat.

Wohnungsmieten unterdurchschnittlich

Die Preisentwicklung bei Wohnungsmieten ohne Nebenkosten verläuft im Vergleich zum Gesamtindex unterdurchschnittlich. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhen sie sich im August um 1,6 Prozent.

Technische Produkte

Bei technischen Produkten zeigen sich die Preisveränderungen im Vergleich zum Vorjahr uneinheitlich. Während Verbraucher insbesondere für tragbare Computer 6,4 Prozent mehr als im Juli 2020 bezahlen, sinken die Aufwendungen für die Anschaffung von Fernsehgeräten um 11,3 Prozent deutlich.

Entwicklung Verbraucherpreise

Insgesamt steigen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat Juli mit 0,1 Prozent mäßig. Binnen Monatsfrist sinkt der Heizölpreis leicht (-1,7 Prozent), während Kraftstoffpreise fast konstant bleiben (+0,4 Prozent). Für Nahrungsmittel bezahlen Verbraucher im August fast das Gleiche wie im Juli (-0,4 Prozent).

Im August 2021 ist die Inflationsrate aufgrund der befristeten Mehrwertsteuersenkung vom Juli bis Dezember 2020 höher als üblich. Das wird als Basiseffekt bezeichnet, da die Ursache in der durch die Mehrwertsteuersenkung niedrigeren Vergleichsbasis aus dem Vorjahr liegt. Die exakte Höhe dieses Basiseffekts ist schwer zu benennen, da mehrere preisbestimmende Einflussfaktoren, wie beispielsweise die CO2-Bepreisung gleichzeitig wirken.