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Bilanz Getreideernte Bayern

Unterdurchschnittliche Getreideernte in Bayern

Josef koch
Josef Koch
am Montag, 29.08.2022 - 18:55

Mehrjähriger Durchschnitt wird um fast sieben Prozent verfehlt. Landesamt gibt erste Prognosen bekannt.

Getreideernte-Bayern

Bayerns Landwirte haben dieses Jahr mit 6,1 Mio. t eine unterdurchschnittliche Getreideernte (ohne Körnermais und Corn-Cob-Mix) eingefahren. Das geht aus den vorläufigen Prognosen des Bayerischen Landesamtes für Statistik hervor. Die Prognosen aus der Ernteumfrage des Bayerischen Bauernverbands (BBV) scheinen sich so zu bestätigen.

Damit erreicht die bayerische Ernte zwar in etwa das Niveau des Vorjahres, gegenüber dem Durchschnittswert der vergangenen Jahre 2016 bis 2021 von 6,6 Mio. t ergibt sich jedoch ein Verlust von 6,7 Prozent. Bereits im vergangenen Jahr fiel die Ernte vergleichsweise gering aus.

Niedrigere Ernte trotz größerer Anbaufläche für Getreide

Nach den bisher ausgewerteten Ertragsmessungen der „Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung“ und in Verbindung mit den Ertragsschätzungen der amtlichen Ernteberichterstatter im Juli, gehen die Statistiker beim Getreide (ohne Körnermais und Corn-Cob-Mix) mit einem Durchschnittsertrag von 64,7  dt/ha aus. Das sind 1,8 % weniger als im Vorjahr und 4,9 % weniger als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2021.

Dabei haben die bayerischen Landwirte mit 945.489 ha die Getreidefläche (ohne Körnermais und Corn-Cob-Mix) nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungshaupterhebung 2022 gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Prozent vergrößert. Im Vergleich zum mehrjährigen Mittel der Jahre 2016 bis 2021 reduzierte sich die Anbaufläche jedoch um 2 %.

Weniger Weizen und Wintergerste

Der Durchschnittsertrag bei der flächenstärksten Getreideart Winterweizen sinkt auf 70 dt/ha. Das sind 1,4 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Bei einer gleichzeitigen Flächenzunahme von 1,5 % auf 501.144 ha errechnet sich beim Winterweizen eine Erntemenge von 3,5 Mio. t. Das ist laut Landesamt in etwa mit dem Vorjahr vergleichbar. Gegenüber dem mehrjährigen Mittel ergibt sich jedoch ein Verlust von 5,8 Prozent.

Bei der Wintergerste liegt der Hektarertrag nach derzeitigen Berechnungen bei 68 dt/ha, 0,9 Prozent weniger als 2021. Bei einer gleichzeitigen Flächenabnahme von einem Prozent auf 208 794 ha errechnet sich eine Erntemenge von rund 1,4 Mio. t. Das entspricht einem Minus von 2  % gegenüber 2021 und einer deutlichen Einbuße gegenüber dem mehrjährigen Mittel von 9,1 Prozent.

Gute Erträge bei Sommergerste und Winterraps

Auf Basis der Ertragsmessungen beläuft sich der durchschnittliche Hektarertrag bei Sommergerste auf 51 dt/ha. Das ist – entgegen der insgesamt rückläufigen Entwicklung – eine Zunahme um 2,6 % gegenüber Vorjahr. Mit 98.953 ha, das sind 21,3 Prozent mehr als in 2021, nimmt gleichzeitig die Anbaufläche für Sommergerste deutlich zu. Unter dem Strich wird somit voraussichtlich eine Erntemenge von gut 0,5 Mio. t Tonnen eingefahren. Das sind 24,5 Prozent mehr als 2021 und 3,9 Prozent mehr als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2021.

Bei Winterraps geht das Landesamt von durchschnittlichen 39,7 dt/ha aus, also 6,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei einer Anbaufläche von 104.785 ha, 13,4 % mehr als im Vorjahr, ergibt sich eine Rapsernte von gut 0,4 Mio. t. Das entspricht einer Steigerung von 20,2 % gegenüber 2021 und einer Zunahme gegenüber dem langjährigen Mittel um 13,1 Prozent.

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