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Wirtschaft

Ukrainekrieg: Agrarsanktionen gegen Russland

Ukrainekrieg
Redaktion
am Donnerstag, 03.03.2022 - 11:30

Die bisherigen agrarspezifischen Sanktionen gegen Russland wegen des Überfalls auf die Ukraine sind noch überschaubar. Unter anderem hält die EU weiter an ihrem Importverbot für Produkte aus den ostukrainischen Gebieten Donezk, Luhansk sowie von der Krim aufrecht.

Unterdessen haben zwei der größten baltischen Lebensmitteleinzelhändler – die in Estland, Lettland und Litauen aktiven Supermarktketten Rimi und Maxima – den Bezug und die Vermarktung von in Russland hergestellten Waren für unbestimmte Zeit ausgesetzt. Andere Einzelhändler in den drei ehemaligen Sowjetrepubliken kündigten laut Medienberichten ähnliche Aktionen an.

Wie der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) auf Anfrage von Agra-Europe feststellte, lagen Ende vergangener Woche noch keine Informationen vor, ob auch deutsche Lebensmitteleinzelhändler entsprechende Auslistungen planen. Russische Erzeugnisse bildeten im hiesigen Lebensmitteleinzelhandel nur eine Nische.
Den deutschen Einfuhrwert von Gütern der Land- und Ernährungswirtschaft aus Russland bezifferte der Bundesverband für 2020 auf das „sehr niedrige“ Niveau von 363 Mio. Euro. Bezogen auf die gesamten Agrareinfuhren entspreche dies einem Anteil von nur 0,4 %. An den Gesamtimporten aus Russland hatten die Güter der Land- und Ernährungswirtschaft 2020 nach Angaben des BVLH einen wertmäßigen Anteil von 1,7 %.
Die agrarbezogenen Sanktionen der USA beschränken sich bislang nach Angaben des Weißen Hauses hauptsächlich auf die Russische Landwirtschaftsbank (Rosselkhozbank); für dieses staatliche Unternehmen seien die Auflagen für die Neuverschuldung und das Eigenkapital verschärft worden. Damit könne sich die Bank auf dem US-Markt kein Geld mehr beschaffen.
Derweil hat China seine Einfuhrbeschränkungen für Weizen aus Russland aufgehoben. Wie die Pekinger Zollverwaltung mitteilt, kann künftig Weizen aus der gesamten Russischen Föderation in die Volksrepublik importiert werden, wenn die Vorschriften gegen den Weizenbrand eingehalten werden. Zuvor war die Einfuhr nur aus sieben russischen Anbauregionen möglich.