Schlachtindustrie

Tönnies darf langsam starten

Josef Koch Redakteur Agrarpolitik
Josef Koch
am Mittwoch, 15.07.2020 - 17:18

Tönnies darf in Rheda-Wiedenbrück langsam mit dem Schlachten beginnen. Eine Entlastung am Schweinemarkt ist in Sicht.

Tönnies-Rheda-Wiedenbrück

Schweinehalter können durchatmen. Bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gehen die Schlachttätigkeiten langsam wieder los. Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) sieht dies als ein wichtiges Signal für den Schweinemarkt. Damit seien aber längst noch nicht alle Probleme gelöst. Wichtig ist laut ISN, dass die Kapazitäten schnell wieder hochgefahren werden können.

„Es gibt erhebliche Überhänge am Schweinemarkt, die nur abgebaut werden können, wenn Tönnies erhebliche Stückzahlen schlachten und verarbeiten kann,“ erläutert ISN-Marktexperte Matthias Quaing.

Schließlich stehen nach ISN-Schätzungen inzwischen rund 400.000 Schweine in der Warteschlange zur Schlachtung. Das entspricht der Menge an Schweinen, die etwa in einer halben Woche in ganz Deutschland geschlachtet werden.  

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Schließung für Teilbereiche aufgehoben

Heute (14. Juli 2020) wurde für die Unternehmen Reisinger GmbH (Schlachtung) und Acontex GmbH (Blutverarbeitung) die allgemeine Schließungsverfügung durch den Bürgermeister der Stadt Rheda-Wiedenbrück aufgehoben.

Konkret bedeutet das, dass die 597 Beschäftigen der Schlachtung und die 7 Beschäftigten der Blutverarbeitung ab sofort das Werksgelände wieder betreten dürfen. Die Arbeit wird schrittweise und unter Einhaltung eines ergänzten und überarbeiteten Hygienekonzepts des Unternehmens wieder aufgenommen.

Weiter erläutert die Stadt Rheda-Wiedenbrück, dass die Bereiche Schlachtung und Blutverarbeitung räumlich und betrieblich von anderen Bereichen der Unternehmensgruppe getrennt und voneinander abhängig sind. Ein stetiger Luftaustausch sei gewährleistet. Der Bereich Blutverarbeitung beschäftige nur eine geringe Anzahl an Mitarbeitenden, daher sei das Infektionsrisiko als gering einzustufen. Zudem könne ein großer Abstand zwischen den Mitarbeitenden aufgrund der niedrigen Personenanzahl gewährleistet werden. 

Für Freitag Probezerlegung geplant

Tönnies bestätigt, dass ein Antrag auf Wiederinbetriebnahme der Zerlegung gestellt wurde. Morgen sollen erneut Begehungen zur Abnahme des Hygienekonzepts stattfinden sowie eine Begutachtung der vorgegebenen Installationen, wie den Trennelemente aus Plexiglas, durch Experten. Für kommenden Freitag ist dann die Aufnahme eines Probebetriebs in der Zerlegung geplant.