Zuckerindustrie

Südzucker korrigiert Gewinnprognose kräftig nach unten

Josef Koch
Josef Koch
am Donnerstag, 14.01.2021 - 10:05

Südzucker kann seine guten Gewinnprognosen nicht halten. Das sind die Gründe.

Südzucker-Werk Offenau

Die Südzucker AG hat vor dem Hintergrund der Risiken im Zuckergeschäft und des europaweit verschärften zweiten Lockdowns seine Jahresprognose von Mitte Dezember 2020 angepasst. Der Konzern erwartet für das Geschäftsjahr 2020/21 einen Umsatz von 6,6 bis 6,8 Mrd. € statt wie bisher von 6,9 bis 7,2 Mrd. € Damit liegt er in etwas auf Vorjahresniveau. Dabei wird im Segment Zucker mit einem leichten Umsatzrückgang gerechnet. In den Segmenten Spezialitäten und Frucht geht Südzucker von einem leicht steigenden Umsatz ausgegangen. Auch im bei CropEnergies erwartet er mit 765 bis 795 Mio. € einen Umsatzrückgang.

Das operative Konzernergebnis wird in einer Bandbreite von 190 bis 240 Mio. €. Bisher lag die Prognose bei 300 bis 400 Mio. €. Das Vorjahresergebnis von 116 Mio. € würde aber noch übertroffen. Dabei geht der Zuckerhersteller im Segment Zucker mit einem operativen Verlust von 110 bis 150 Mio. € aus. Im Segment Spezialitäten wird ein leichter Ergebnisrückgang erwartet. Das operative Ergebnis im Segment CropEnergies wird in einer Bandbreite von 95 bis 110 Mio. € erwartet. Im Segment Frucht wird von einem Ergebnis auf Vorjahresniveau ausgegangen.

Das weitere Ausmaß - insbesondere die Dauer und die wirtschaftlichen Auswirkungen - im weiteren Verlauf der Corona-Pandemie sind weiterhin schwer einschätzbar und können für den
Südzucker-Konzern im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2020/21 und darüber hinaus zu Chancen und Risiken führen.

Stabiler Umsatz nach neun Monaten

Nach den ersten neun Monaten lag der Konzernumsatz der Südzucker AG lag mit 5,089 Mrd. € leicht über Vorjahr. Während der Umsatz im Segment CropEnergies leicht zurückging und in den Segmenten Zucker und Frucht auf Vorjahresniveau lag, stieg er im Segment Spezialitäten moderat an.

Das operative Konzernergebnis stieg durch die geringeren Verluste im Zuckergeschäft sowie die Ergebnisverbesserungen in den Segmenten Spezialitäten und CropEnergies deutlich auf 195 Mio. €, das sind fast 73 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Rund 19 Prozent weniger Zucker

Trockenheit im Frühjahr, aber auch regional im Sommer, ein starker Virusbefall in Frankreich, Belgien und in Teilen Deutschlands sowie Blattkrankheiten vor allem in Polen und den AGRANA-Gebieten führen zu einem insgesamt unterdurchschnittlichen Ertrag in der Südzucker-Gruppe.

Infolgedessen wird die durchschnittliche Dauer der Verarbeitungskampagne mit voraussichtlich 106 gegenüber 114 Tagen im Vorjahr kürzer ausfallen. Aufgrund der regional sehr unterschiedlichen Rübenerträge ist die Kampagne an einigen Standorten bereits Ende Dezember 2020 zu Ende, in anderen wird Anbaugebieten erst Anfang Februar 2021 abgeschlossen sein.

Insgesamt wird die Südzucker-Gruppe voraussichtlich aus 24,2 Mio. t Zuckerrüben, statt 28,4 Mio. t im Vorjahr verarbeiten, Die Zuckererzeugung fällt von 4,3 auf 3,5 Mio. t, ein Minus von rund 19 Prozent.