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Schlachtzahlen

Schweineschlachtungen immer stärker rückläufig

Schlachtschwein
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Montag, 20.06.2022 - 15:19

Die wöchentlichen Schlachtzahlen zeigen einen deutlichen Trend nach unten bei den Schweineschlachtungen auf.

Im April dieses Jahres ist das Schlachtviehaufkommen laut Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) in Deutschland im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich zurückgegangen. Insgesamt kamen von Januar bis April 2022 1,9 Mio. Schweine weniger als im selben Zeitraum im letzten Jahr an die Haken.

Auch wenn man bei der Bewertung der Schlachtzahlen und Schlachtgewichte die Verzerrungen durch den Abbau des Corona-bedingte Schweinestaus Anfang letzten Jahres berücksichtigen muss, spiegeln die erneut gesunkenen Schlachtungen nach Einschätzung der ISN einmal mehr die dramatische Strukturkrise in der Schweinehaltung deutlich wider.

12 % weniger Schweine geschlachtet

Der Rückgang der Schweineschlachtungen in Deutschland hat sich im April noch einmal leicht verstärkt. Wie aus Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervorgeht, kamen im Berichtsmonat 3,78 Mio. Schweine an die Haken der hiesigen Schlachtbetriebe; das waren rund 521.500 Tiere oder 12,1 % weniger als im April 2021.

Die Schweinefleischerzeugung lag um 12,4 % unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Damit hat sich der bereits länger anhaltende Trend eines geringeren Schlachtviehangebots verstärkt.

Heimisches Angebot deutlich zurückgegangen

Im ersten Jahresdrittel 2022 wurden den Statistikern aus Wiesbaden zufolge 15,86 Mio. Schweine zerlegt; im Vergleich zur Vorjahresperiode bedeutete das ein Minus von 1,89 Mio. Tieren oder 10,6 %. Die Schweinefleischerzeugung nahm wegen des um 1,4 kg auf 95,6 kg je Schwein gesunkenen durchschnittlichen Schlachtgewichts sogar um 12,0 % auf 1,52 Mio. t ab.

Die früher zahlreich auf dem deutschen Markt verfügbaren Schlachtschweine aus dem Ausland spielten fast keine Rolle mehr. Von Januar bis April 2022 wurden insgesamt noch 408.370 solcher Tiere an die deutschen Schlachtunternehmen geliefert; im Vorjahresvergleich war das ein Rückgang von 16.210 Stück oder 3,8 %. Sehr viel stärker hat das Angebot aus heimischen Mastställen abgenommen, nämlich um 1,87 Mio. Tiere oder 10,8 % auf 15,46 Mio. Stück.