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Fleischmarkt

Schweinepreise steigen endlich – und zwar deutlich

Norbert Lehmann
am Mittwoch, 10.08.2022 - 15:16

Erstmals seit Ende Juni ist die VEZG-Notierung für Schlachtschweine wieder gestiegen. Die Nachfrage zieht an.

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Endlich eine gute Nachricht für die Schweinemäster: Mit dem Ende der Sommerferien im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen und bei bestem Grillwetter zieht die Nachfrage nach Schweinefleisch in Deutschland an. Das Angebot an schlachtreifen Tieren ist jedoch weiterhin rückläufig.

In der Folge konnte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) heute (10.8.) erstmals seit Ende Juni die Schlachtschweine-Notierung anheben. Für die neue Schlachtwoche bis zum 17. August lautet die Preisempfehlung auf 1,93 Euro/kg Schlachtgewicht; das sind gleich 8 Cent mehr als bisher. Die Preisspanne wurde mit 1,90 Euro bis 1,95 Euro festgestellt.

Eine Erlösung für die Mäster, die in den vergangenen Wochen bei frei vermarkteten Tieren oftmals sogar mit Hauspreisen unterhalb der VEZG-Notierung abgespeist wurden.

Schlachtungen liegen weit unter der Vorjahreslinie

In der ersten Augustwoche haben die Schweineschlachtungen in Deutschland gegenüber der Vorwoche zwar leicht zugenommen. Mit 740.000 Stück wurde das Vorjahresniveau von fast 820.000 Tieren jedoch weiterhin deutlich unterschritten. Seit Jahresbeginn kumuliert sich der Rückstand der Schlachtungen inzwischen auf fast 2 Millionen Tiere oder 7,3 Prozent.

Internet Schweinebörse erzielt ebenfalls höheren Durchschnittspreis

Eine Belebung der Schlachtschweinepreise hatte sich gestern bereits auf der Internet Schweinebörse abgezeichnet. Bei der Auktion wurden fünf von sieben Partien verkauft, und das zu einem Durchschnittspreis von 2 Euro/kg Schlachtgewicht. Das bedeutete einen Aufschlag von 5 Cent gegenüber der Versteigerung am Freitag zuvor. Die Preisspanne belief sich auf 1,95 bis 2,05 Euro/kg. Bei den beiden nicht verkauften Partien wurde nach Angaben der Interessengemeinschaft der Schweinehalter (ISN) das Mindestgebot nicht erreicht. Wie die ISN weiter berichtete, konnten auch die Notierungen in den Niederlanden, Frankreich und Spanien etwas angehoben werden. Die ISN sieht die Hauspreispolitik einiger großer Schlachtunternehmen damit als beendet an.

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