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Afrikanische Schweinepest

Schweinepest: Frankreich darf bei Ausbruch weiter nach China liefern

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Externer Autor
am Freitag, 17.12.2021 - 09:57

Frankreich kann nun auch im Fall eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im eigenen Land weiter Schweinefleisch nach China liefern. Voraussetzung ist allerdings, dass weniger als 20% aller französischen Departements von ASP betroffen sind.

Schweinemarkt

Die beiden Länder haben ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet und damit möglicherweise ein Modell für die von der ASP bedrohten europäischen Länder geschaffen, wie Reuters und Dow Jones News berichten. Pauschale Verbote des Fleischhandels durch China und andere Importländer aufgrund des Ausbruchs von ASP und anderen Krankheiten wie der Vogelgrippe haben regelmäßig die Ausfuhren aus Viehexportgebieten in Europa und Amerika unterbrochen.

China ist bekanntlich der größte Schweinefleisch-Exportmarkt für Frankreich und die Europäische Union, wobei die chinesische Nachfrage in den vergangenen beiden Jahren sprunghaft gestiegen war, nachdem die ASP den inländischen Schweinebestand stark dezimiert hatte (aiz.info berichtete). Die Schweinepest ist in Frankreich bislang noch nicht aufgetreten, hat sich aber vor allem im Osten Europas ausgebreitet. Zudem wurden vor drei Jahren in Belgien, nahe der französischen Grenze, Fälle bei Wildschweinen festgestellt.


Die neue Vereinbarung ist sofort in Kraft getreten. Sie besagt, dass China Schweinefleischexporte aus nicht betroffenen Regionen Frankreichs zulassen wird, auch wenn die ASP in anderen Teilen des Landes auftritt, wie das französische Wirtschafts- und das Landwirtschaftsministerium mitteilten. "Dieses Abkommen ist das erste seiner Art, das von China zugunsten eines Landes der EU unterzeichnet wurde. Es hat somit Modellcharakter und ist ein Vorbote künftiger Abkommen mit anderen Sektoren und Ländern", sagte der französische Landwirtschaftsminister Julien Denormandie. Das chinesische Finanzministerium begrüßte in einer separaten Erklärung das Inkrafttreten des regionalen Abkommens zur Bekämpfung der ASP.

Auch Deutschland verhandelt über Abkommen

Auch Deutschland befindet sich in laufenden Gesprächen mit Peking über ein regionales Konzept. Aufgrund der ASP-Fälle in Ostdeutschland ist die Bundesrepublik seit dem Vorjahr vom chinesischen Markt ausgeschlossen. Frankreichs Einigung sei ermutigend, sagte ein Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums in Berlin zu Reuters. Doch Deutschland befinde sich aufgrund des Auftretens der ASP auf seinem Territorium in einer anderen Situation.

Eine weitere Tierkrankheit, für die sich die Exportländer um eine Regionalisierung des Handels mit China bemühen, ist die Vogelgrippe. Die USA haben bereits im Rahmen ihres Phase-eins-Handelsabkommens mit Peking eine Regionalisierungs-Vereinbarung für die Vogelgrippe abgeschlossen. Frankreich hat in den vergangenen Wochen Ausbrüche dieser Seuche verzeichnet. Die Geflügelexporte nach China sind laut Daten der Landwirtschaftsagentur FranceAgriMer seit Ende 2020 verboten, nachdem in Frankreich die Vogelgrippe ausgebrochen war.