Ölsaatenmarkt

Raps: Höhere Ernte reicht nicht für den Bedarf

Josef Koch
Josef Koch
am Dienstag, 13.10.2020 - 15:43

Die globale Rapsernte fällt nun doch höher aus als bisher erwartet. Sie kann aber den Bedarf nicht decken.

Raps-Verladen-Förderband

In Australien dürfte die Rapsernte im Wirtschaftsjahr 2020/21 etwas größer ausfallen als im Vormonat erwartet. Auch die Ernte in Deutschland übertrifft die Erwartungen. Daher dürfte die weltweite Ernte 2020/21 das Vorjahresniveau nun doch übertreffen.

Im Wirtschaftsjahr 2020/21 erwartet der Internationale Getreiderates (IGC) eine weltweite Rapsernte von etwa 69,8 Mio. t. Das wären nur 200.000 t mehr als im Vorjahr, aber 400.000 t mehr als im August erwartet worden waren. Dieses Ernteplus ist nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) darauf zurückzuführen, dass in der EU-27+UK und in Australien und China mehr Raps geerntet wurde oder noch geerntet wird als im Vorjahr. Besonders die Steigerung der Erntemenge in Australien fällt ins Gewicht. Dort werden mit 3,3 Mio. t etwa 43 % mehr erwartet als 2019/20. Die in der Ukraine und in Kanada prognostizierten Rückgänge werden dadurch mehr als kompensiert, bilanziert die Ufop.

Lagerbestände sinken

Globale Rapsbilanz-10-2020

Der weltweite Rapsverbrauch dürfte im laufenden Wirtschaftsjahr 70,7 Mio. t erreichen. Damit wir der das Vorjahr um 400.000 t übertreffen. Ausschlaggebend ist die höhere Verbrauchsprognose in China von 16,3 Mio. t. Dort wird ein höherer Bedarf bei der Verarbeitung gesehen. Der Verbrauch der EU-27+UK dürfte hingegen um 0,3 auf 22,2 Mio. t zurückgehen.

Da erwartet wird, dass der globale Verbrauch 2020/21 die Erzeugung das dritte Jahr in Folge übersteigt, geht dies zu Lasten der weltweiten Vorräte. Zum Ende des laufenden Wirtschaftsjahres werden Lagerbestände von 5 Mio. t erwartet. Das wären 0,8 Mio. t weniger als 2019/20 und 1,6 Mio. t weniger als 2018/19.