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Preise für tierische Erzeugnisse um 15,5% gesunken

aiz.com
am Donnerstag, 18.02.2021 - 16:16

Rückstau bei Schweineschlachtungen führte zu Erlöseinbußen von fast 40 %.

Schlachthof

Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte waren in Deutschland im Dezember 2020 um 9,1% niedriger als ein Jahr zuvor. Einen ähnlich starken Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat hatte es zuletzt im Juli 2015 gegeben. Dies berichtet das Statistische Bundesamt (Destatis).

Die Preise für tierische Erzeugnisse gingen im Dezember 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 15,5% zurück. Damit verstärkte sich der Rückgang im Vorjahresvergleich nochmals, im November hatte er -13,5% betragen.

Hier wirkten sich vor allem die bereits seit einigen Monaten sinkenden Preise für Schlachtschweine aus. Diese verringerten sich gegenüber Dezember 2019 um 39,9% und erreichten damit den stärksten Rückgang seit Mai 2020.

Coronakrise und ASP drücken Schweinepreise

Der Preisrückgang ist, wie berichtet, auf reduzierte Verarbeitungskapazitäten aufgrund von verschärften Corona-Auflagen in den Schlachthöfen zurückzuführen. Dadurch konnte das erhöhte Angebot an schlachtreifen Schweinen nicht vollständig abgenommen werden.

Auch der Wegfall von Absatzmöglichkeiten durch die Schließung der Gastronomie und fehlende Großereignisse wirkten sich nachfragedämpfend aus.

Zudem stockt aufgrund der Afrikanischen Schweinepest (ASP) weiterhin der deutsche Export in Drittstaaten.

Preise für pflanzliche Erzeugnisse um 2,2 % gestiegen

Im Gegensatz zu den tierischen Erzeugnissen legten die Preise für pflanzliche Produkte im Dezember 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,2% zu. Der Anstieg ist vor allem auf die um 11,5 % höheren Preise für Getreide (insbesondere Brot- und Futterweizen) zurückzuführen. Ein Auslöser hierfür könnte die von Russland angekündigte Exportsteuer für Weizen sein. Weiters ist eine erhöhte Nachfrage nach Weizen aus Importländern zu beobachten.

Beim Gemüse betrug die Preissteigerung im Dezember 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat 10%. Ausschlaggebend hierfür waren vor allem die Preissteigerungen bei Salat (+20,9 %) durch das witterungsbedingt verknappte Angebot.

Auch beim Obst wurde eine ähnliche Entwicklung verzeichnet: Die Erlöse lagen im Dezember 2020 um 34,2% über der Vorjahreslinie. Besonders auffällig waren dabei die höheren Erzeugerpreise für Tafeläpfel (+24,1%).

Bei Speisekartoffeln hingegen liegen die Erlöse bereits seit einigen Monaten unter dem Vorjahresniveau. Im Dezember 2020 waren sie 50,8% geringer als im Vergleichsmonat 2019. Hierfür dürften vor allem die große Erntemenge sowie die fehlende Nachfrage von Gastronomie und Großküchen ausschlaggebend sein. Zudem findet kaum Ware den Weg in den Export.

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