Agrarproduktion

OECD und FAO erwarten steigende Agrarproduktion

aiz
am Dienstag, 06.07.2021 - 11:47

Experten gehen von einer Steigerung der globalen Agrarproduktion um 1,4% pro Jahr in der kommenden Dekade aus.

Schwellenland

Rom - Die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und die FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) haben einen Landwirtschaftsausblick 2021 bis 2030 veröffentlicht. Die Experten gehen darin von einer Steigerung der globalen Agrarproduktion um 1,4% pro Jahr in der kommenden Dekade aus, wobei die zusätzlichen Erträge vor allem in den Schwellen- und Niedrigeinkommensländern erzielt werden. Laut dem Bericht werden die Fortschritte im Agrarsektor vorwiegend auf einem besseren Zugang zu Mitteln sowie auf Investitionen in Technologien, Infrastruktur und landwirtschaftliche Berufsbildung, welche die Produktivität erhöhen, basieren.

Ertragssteigerung verringert zusätzlichen Flächenbedarf

Investitionen, die Ernten und Betriebsführung verbessern, werden zu einer zunehmenden globalen Nutzpflanzenerzeugung führen. Vorausgesetzt der Umstieg auf intensivere Produktionssysteme hält im nächsten Jahrzehnt an, werden dem Ausblick zufolge 87% des prognostizierten Wachstums bei der weltweiten Pflanzenproduktion durch Ertragssteigerungen erzielt, 7% von einer höheren Anbauintensität und nur 6% durch die Ausweitung der Anbaufläche. Die regionalen Ertragslücken dürften sich im Verlauf des kommenden Jahrzehnts weiter schließen, weil zu erwarten ist, dass sich die Ernte der wichtigsten Agrarerzeugnisse in Indien und Afrika südlich der Sahara aufgrund von besser angepasstem Saatgut und verbesserten Anbaumethoden erhöhen wird.
 

Produktivitätsverbesserungen in der Tierhaltung

Ähnlich wie in der Pflanzenproduktion wird auch in der Viehwirtschaft und Fischproduktion ein Großteil des prognostizierten Wachstums um 14% durch Produktivitätsverbesserungen erzielt, so OECD und FAO. In Schwellen- und Niedrigeinkommensländern wird den Prognosen zufolge jedoch auch ein Ausbau der Bestände wesentlich zum Wachstum der Nutztierproduktion beitragen.

Produktivitätsverbesserungen in der Viehwirtschaft werden vor allem durch intensivere Fütterungsmethoden, genetische Verbesserungen und bessere Verfahren der Herdenhaltung erreicht. Es ist zu erwarten, dass die Produktion in Aquakulturen im Jahr 2027 die Fischfangproduktion übersteigt und bis 2030 52% der gesamten Fischproduktion ausmacht.

Kohlenstoffintensität soll sinken

Der Ausblick betont den wesentlichen Beitrag der Landwirtschaft zum Klimawandel. Vermutlich wird die Kohlenstoffintensität der Agrarproduktion im kommenden Jahrzehnt jedoch sinken, weil die direkten Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft den Prognosen zufolge langsamer ansteigen werden als die Agrarproduktion. Dennoch werden die weltweiten Treibhausgasemissionen des Agrarsektors in den nächsten zehn Jahren nach den Projektionen um 4% steigen. Die Experten sehen ein deutlich verlangsamtes Wachstum in der Biokraftstoffindustrie als in den vorherigen zwei Jahrzehnten. Es ist zu erwarten, dass der Anteil, der für die Produktion von Biokraftstoffen verwendet wird, bei den wichtigsten Ausgangsstoffen mit Ausnahme von Zuckerrohr fallen wird.