Hunger bekämpfen

Nahrung für die ganze Welt

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Wolfgang Piller Portrait 2019
Wolfgang Piller
am Donnerstag, 25.10.2018 - 09:16

Einer lobt den internationalen Agrarhandel als wirksames Mittel gegen den Welthunger, der andere den Ökolandbau.

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Jedes Jahr Mitte Oktober ist der Welternährungstag. Mal sinkt die Zahl der Hungernden, mal steigt sie wieder. Das ist ernüchternd, selbst wenn die Nicht-Hungernden immer mehr werden, was zweifellos Mut macht. Wir haben in dieser Ausgabe zwei Beiträge zur Welternährung, die sich vordergründig widersprechen: Einer lobt den internationalen Agrarhandel als wirksames Mittel gegen den Welthunger, der andere den Ökolandbau. Können wir uns nicht entscheiden, was wir für richtig halten?

Nein. Stattdessen glaube ich, dass beides nebeneinander seinen Wert hat. Selbstverständlich brauchen viele Länder eine sich weiterentwickelnde Produktion. Der Ökolandbau hat sich dabei als wichtige Form eines nachhaltigen Systems erwiesen. Doch auch die Ökobauern weltweit brauchen Früchte für die Märkte. Nur sich und seine Familie zu ernähren, reicht ganz einfach nicht. Denn jeder Bauer muss auch Geld erwirtschaften, alleine schon für das wichtigste Gut für nachhaltige Entwicklung: die Bildung der Kinder. Dass drei von vier Hungernden der Welt in den ländlichen Räumen leben, unterstreicht: Diese Familien müssen sich weiterentwickeln können.

Der Welthandel trägt dazu bei. Nicht nur, dass er ganz offensichtlich die Versorgung der städtischen Gesellschaften effizient bewältigt, sorgt er für Warenaustausch und für einen stabilen Geldfluss. In den letzten Jahrzehnten haben wir kaum mehr große Hungersnöte erlebt, daran hat der Agrarhandel seinen Anteil. Nicht zuletzt, weil er mit seinen Regeln für geordnete und verlässliche Verhältnisse – und das eben nicht nur für die Großen – sorgte. Insofern muss einem gerade jetzt, wo der nationale Egoismus um sich greift, angst und bange werden. Denn die Welt wächst weiter, die Probleme steigen (Klimawandel!) – das alles braucht Zusammenarbeit und nicht Alleingänge.