Aussagekraft

Nachrichtenlage – Meinungsvielfalt

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Externer Autor
am Donnerstag, 19.09.2019 - 11:46

Um den Wahrheitsgehalt einschätzen zu können, muss man wissen, wie Informationen zustande gekommen sind.

Piller Wolfgang-1

Eine Nachricht im Journalismus gibt die „W“s wieder: Was, wer, wann, wo, wie, warum? Betont sachlich gehalten weckt die nachrichtliche Information hohes Vertrauen in den Wahrheitsgehalt. Eine Tabelle ist nichts anderes als eine Nachricht, die in Zahlen einige der „W“s darstellt. Das gilt auch für die Preistabellen im Wochenblatt oder für Markttabellen etwa von einem Referenten bei einer Infoveranstaltung. Tabellen wirken erst recht glaubwürdig. Aber um den Wahrheitsgehalt einschätzen zu können, muss man natürlich wissen, wie die Informationen darin zustande gekommen sind.

Hinter vielen unserer Preistabellen steht ein Meldesystem. Mitarbeiter der BBV-Marktberichtstelle befragen Marktteilnehmer wie Verarbeiter oder Handelsunternehmen, welche Preise in der Meldewoche sie erzielt haben. Die gemeldeten Preise werden natürlich noch auf ihre Plausibilität geprüft: Die Marktberichtstelle hinterfrägt, ob die Preise realistisch sind und zu den anderen gemeldeten Preisen passen. Falls nicht, werden solche Werte verworfen.
Auch bei anderen Quellen zu Marktinformationen sollte man aufmerksam prüfen, woher sie stammen. Bei Nachrichten zur Marktlage gilt es immer, soviele Einschätzungen wie möglich einfließen zu lassen, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Das tut auch die Gegenseite. Wenn das Wochenblatt über eine Marktveranstaltung berichtet, die zum Beispiel von Seiten des Landhandels oder der Verarbeiter geprägt ist, so fließen immer auch deren Meinungen ein. Das ist kein Makel – aber man muss es bedenken. Manchmal wird dem Wochenblatt der Vorwurf gemacht, wir würden die Preise im Sinne der Abnehmer beeinflussen, wenn wir deren Meinungen wiedergeben. Doch vielmehr ist so, dass wir damit für eine Art von Gleichheit im Informationsfluss sorgen, der allen nutzt, aber bestimmt keine Preise bewegt. Das würde die Nachricht überschätzen.