Milchpreis

Milchpreise in Deutschland von Marktlage abgekoppelt

Melken
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Dienstag, 02.02.2021 - 17:03

Einige größere Molkereien in Deutschland haben für Februar angekündigt, die Rohmilchpreise für deren Erzeuger zu senken.

Sinkende Milchpreise widersprechen nach Einschätzung von DBV-Vize- und Milchbauernpräsident Karsten Schmal der aktueller Marktlage. Die Ankündigung einiger größere Molkereien in Deutschland, für Februar die Rohmilchpreise für deren Erzeuger zu senken, hat er deshalb deutlich kritisiert: „Im Dezember lagen die Auszahlungspreise für uns Milchbauern deutschlandweit durchschnittlich bei 33 Cent je Kilogramm Rohmilch. Im Vergleich zum Dezember sind die Notierungen für fast alle Milchprodukte bis heute national und international zum Teil deutlich gestiegen – die Molkereien sind im Moment also grundsätzlich in der Lage, ein Mehr an Wertschöpfung zu generieren", begründet er seine Einschärtzung.

Fatale Abschlüsse bei den Butterkontrakten

Milchpreis

Schmal kritisiert in diesem Zusammenhang auch die Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels. Die abgeschlossenen Butterkontrakte zum Jahreswechsel zwischen Molkereien und den Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels würden nicht dem aktuellen Marktverlauf entsprechen: "Abgepackte Butter ist das einzige Milchprodukt, dessen Preisnotierung seit Dezember auf Grund des desolaten Kontraktabschlusses nachgegeben hat. Gleichzeitig sehen wir von Seiten des Lebensmitteleinzelhandels kaum Bereitschaft, für ein Mehr an Tierwohl und Tiergesundheit den Milchbauern auch eine längerfristig verlässliche finanzielle Vergütung des Mehraufwands zu gewährleisten."

Aussagen von Verbänden und Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels, ein Interesse an einer zukunftsfesten deutschen Landwirtschaft zu haben, dürften nicht mehr als ein – im wahrsten Sinne des Wortes – billiges Lippenbekenntnis sein, so seine Forderung.