Milchmarkt

Milchpreis: Rohstoffwert bis Jahresende wohl stabil

Josef Koch
Josef Koch
am Mittwoch, 04.11.2020 - 10:17

Für Oktober hat sich der Kieler Rohstoffwert leicht erhöht. Ein weitere Steigerung ist angesichts der Marktunsicherheiten schwierig.

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Die Preistendenz am Milchmarkt weist weiter leicht nach oben. So ist der Kieler Rohstoffwert für Oktober nach den Berechnungen des Instituts für Ernährungswirtschaft, Kiel (ife) um 0,4 Cent auf 31,5 Cent/kg gestiegen. Basis sind  4,0 % Fett, 3,4 % Eiweiß, netto, ab Hof. Der Rohstoffwert läuft der Entwicklung der Erzeugerpreise um zwei bis drei Monate voraus. Doch es gibt Unsicherheiten am Milchmarkt.

Maßgebend für den Rohstoffwert sind die Notierungen von Butter und Magermilchpulver der Süddeutschen Butter- und Käsebörse, Kempten. Dieser Wert entspricht der durchschnittlichen Milchverwertung aus dem Verkauf von Milchfett und Milcheiweiß.

Im Oktober 2020 hat sich der Markt für Milchprodukte und Magermilchpulver  zusehends festigen können. Die Verkaufspreise blieben im Vergleich zum Vormonat, mit wenigen Preisschwankungen, annähernd unverändert, so der Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB). Die Verkaufspreise bei Butter im Lebenshandel blieben konstant und die geringe Menge an gehandelter Blockbutter hielt weitestgehend ein unverändertes Preisniveau. Der Handelsumfang an Milchpulver konnte nach dem Ende der Ferienzeit wieder eine akzeptable Höhe erreichen, hieraus ließen sich etwas höhere Erlöse erzielen.

Lockdown und Brexit als Dämpfer

Bei der derzeitigen beständigen Marktsituation beim Handel von Butter und Magermilchpulver wird der Kieler Rohstoffwert für die letzten beiden Monate 2020 im Niveau wahrscheinlich unverändert bleiben, schätzt der VMB. Wobei die Absätze vor allem bei Butter noch durch die Weihnachtsgeschäfte unterstützt werden.

Durch die Corona-Krise erweisen sich die Marktgegebenheiten immer noch sehr verhalten und veränderlich. Infolgedessen kann laut VMB derzeit eine Marktbetrachtung nur kurzzeitig erfolgen. Wie sich jetzt die Märkte durch den "Lockdown light“ allgemein weiterentwickeln, ist gegenwärtig schwer abzuschätzen. Zum Jahresende sollten jedoch die Ausstiegsregeln des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union feststehen. Wenn es bis dahin keinen geregelten Brexit gibt, wäre es möglich, dass eine weitere Verzögerung die Marktsituation negativ beeinflusst.