Milchmarkt

Milchpreis: Der positive Trend verfestigt sich

Hans-Jürgen SeufferleinVMB
am Mittwoch, 10.06.2020 - 11:32

Die Milchpreise am Spotmarkt sind stabil. Magermilchpulver konnte zulegen.

In der vorletzten Ausgabe des Wochenblattes hatte der VMB über eine überraschende, aber höchst erfreuliche Entwicklung am Milchmarkt berichtet. Dieser Trend scheint sich nun zu verfestigen, nimmt man den weiteren Verlauf zum Maßstab. Am Spotmarkt haben sich die Preise gefestigt. Spotmilch wurde zuletzt im Süden für um die 31 Cent gehandelt, Magermilch für knapp 20 Cent. Der Rückgang des Kieler Rohstoffwertes Mai auf 25,8 Cent/kg zeigt nur die zurückliegende Milchverwertung.

Neue Kontrakte mit Lebensmitteleinzelhandel

Seit Beginn des Monats gelten wieder neue Kontrakte zwischen Lebensmitteleinzelhandel und Molkereien für abgepackte 250-g-Butter. Die Preislinie liegt für die kommenden vier Wochen bei 3,20 Euro/kg, Am Eiweißmarkt halten die positiven Tendenzen weiter an. Die inländischen Notierungen für Magermilchpulver wurden erneut erhöht, auch wenn sich der Markt zuletzt beruhigt hat.

Am Weltmarkt hat sich die Stimmung etwas nivelliert. Bei der letzten Auktion der Global Dairy Trade (GDT) in Neuseeland Anfang Juni wurde ein stabiles Ergebnis erreicht. Eiweiß blieb gleich, allerdings gab der Butterpreis nach. An den Warenterminbörsen wie der EEX zeigte sich ein anderes Bild: Hier verlor – im Gegensatz zu Butter - das Magermilchpulver deutlich, auch wegen des hohen Weltmarktangebotes, vor allem aus den USA. Für den Börsenmilchwert bedeutet dies, dass für den aktuellen Monat Juni die Marke von 30 Cent gerade noch gehalten wurde. Für Oktober 2020 ging der Wert von 32,5 auf 31,1 Cent zurück.

Erholt sich die Nachfrage aus Südeuropa bald?

Der weitere Verlauf am Milchmarkt hängt neben dem Milchaufkommen auch davon ab, ob die weiteren Lockerungen der Corona-Maßnahmen auch Wirkung zeigen und die Erwartungen von Großkunden und Gastronomie sich erfüllen. Leider üben derzeit einige Lebensmittelhändler wieder unverschämt viel Druck auf die Molkereien aus. Gespannt ist auch der bayerische Blick nach Südeuropa, wie dort die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie gemeistert werden können. Für den internationalen Absatz ist der Ölmarkt mitentscheidend, wegen der Kaufkraft von Importländern. Vergangene Woche haben sich die OPEC-Staaten mit Kooperationspartnern wie Russland, aber ohne Mexiko, auf eine Verlängerung der Drosselung der Förderung verständigt. Vor der ersten Einigung im April war der Ölpreis im Zuge der Coronakrise auf den tiefsten Stand seit 30 Jahren abgerutscht.

Die Milchpreise hängen dem Trend hinter her

Es bleibt dabei: Ein Licht am Horizont ist da, aber zu Euphorie besteht nach wie vor kein Anlass! Wann der Markttrend auch die Milchpreise erfasst, hängt von einer Reihe von Faktoren ab. Kommende Woche informiert der VMB über die Milchpreise Mai, die in diesen Tagen an die Milchbauern ausbezahlt werden. Hier wird es, wenig überraschend, bei der konventionellen Milch nochmals einen Rückgang um mehr als 1 Cent geben.