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Internationaler Milchmarkt

Milchpreis: Global Dairy Trade-Index erreicht höchsten Wert seit 2014

aiz
am Dienstag, 14.12.2021 - 08:48

An der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) konnten vergangene Woche bei der jüngsten Auktion die Notierungen der gehandelten Erzeugnisse weiter zulegen.

Milch

Die deutlichste Steigerung wurde bei Butter verzeichnet, aber auch die Preise für das Leitprodukt Vollmilchpulver tendierten nach oben. Der GDT-Index, in dem eine Bandbreite von verschiedenen Milchprodukten und Kontrakt-Zeiträumen zusammengefasst ist, erhöhte sich gegenüber dem vorhergehenden Event um 1,4% und erreichte damit den höchsten Wert seit März 2014. Der Index ist seit August 2021 - mit einer Unterbrechung - kontinuierlich gestiegen. Die Experten führen den positiven Trend auf das weiterhin begrenzte Angebot und die anhaltend gute Nachfrage zurück.
 
Der Index für wasserfreies Milchfett (Butteröl) erhöhte sich beim jüngsten GDT-Event im Durchschnitt aller Kontrakte um 3% auf 6.668 USD/t. Bei Butter ergab sich ein weiterer Anstieg um 4,6% auf 5.791 USD/t. Der Index für Cheddar-Käse nahm im Schnitt um 1% auf 5.220 USD/t zu, während die Kurse für Laktose um 3,5% auf 1.339 USD/t zulegten.

Positiver Trend bei Milchpulver-Notierungen hält an

Bei Magermilchpulver setzte sich der seit Anfang August beobachtete starke Preisanstieg weiter fort, die Notierung erhöhte sich im Durchschnitt aller Kontrakte um 1,3% auf 3.721 USD/t und erreichte damit ein Fünfjahres-Hoch. Der Index für Vollmilchpulver - das am umfangreichsten gehandelte Produkt dieser Auktion - stieg um 0,6% auf 4.008 USD/t. Der GDT-Index für Vollmilchpulver tendiert seit Anfang September nach oben.
 
In Summe wurden beim jüngsten GDT-Event Molkereiprodukte im Umfang von 31.092 t verkauft, damit war die Menge erneut höher als bei der vorhergehenden Auktion (30.397 t). Die Zahl der teilnehmenden Bieter verringerte sich von 175 auf 167.

Analysten verweisen auf begrenztes Angebot und anhaltend gute Nachfrage

Der erneute Anstieg der GDT-Notierungen wird von den internationalen Analysten vor allem auf das weiterhin begrenzte Angebot am globalen Milchmarkt und die anhaltend gute Nachfrage zurückgeführt. Experten der neuseeländischen Börse NZX verweisen darauf, dass die Milchproduktion in Australien und Neuseeland in den ersten vier bis fünf Monaten der neuen Saison 2021/22 aufgrund schlechter Wetterbedingungen um rund 3% geringer ausfiel als im Vorjahreszeitraum. In der EU stagnierte die Milchanlieferung von Jänner bis September 2021 auf dem Vorjahresniveau.

Demgegenüber meldeten die USA in den ersten zehn Monaten dieses Jahres eine Steigerung der Erzeugung um 1,6%. Auf der Nachfrageseite dominierte bei der jüngsten Auktion einmal mehr China, aber auch Käufer aus anderen Regionen (Afrika, Mittlerer Osten, Südostasien) deckten sich umfangreich mit Ware ein. Die Rahmenbedingungen für den globalen Milchmarkt seien somit weiterhin positiv, betonen die Analysten.