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Lebensmittelhandel

Milchpreis: Edeka nimmt Stellung zur Molkerei-Auslistung

Josef koch
Josef Koch
am Mittwoch, 22.12.2021 - 15:30

Handelsunternehmen kritisiert hohen Margen der Markenhersteller, bekennt sich aber zur regionalen Erzeugern.

Edeka-Logo

Zum Vorwurf der MeG Milch Board wegen der Auslistung der Molkereien Lactalis und Bel in einigen Supermärkten im Landkreis Traunstein, nimmt nun die Edeka-Zentrale in Hamburg Stellung. Diese prüft derzeit noch, ob das Foto der MeG Milch Board authentisch ist und in welchem Markt es aufgenommen wurde.

Unabhängig davon stellt ein Edeka-Manager auf Nachfrage des Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatts klar: „Wir stehen zu unseren vielfältigen guten Beziehungen zur Landwirtschaft in Deutschland“.
 
Allerdings wehrt sich Edeka zurzeit gegen „unberechtigten Preisforderungen der internationalen Markenindustrie“. Aktuell leiden laut Edeka die Verbraucherinnnen und Verbraucher in Deutschland und Europa unter einer hohen Inflationsrate und Preissteigerungen bei Lebensmitteln. Ein vermeidbarer Preistreiber sei die Marktmacht der globalen Markenindustrie.

Edeka beklagt hohe Gewinnmargen der Markenhersteller

„Aus unseren Jahresgesprächen wissen wir, dass viele dieser Forderungen nicht auf gestiegenen Kosten beruhen“, so ein Edeka-Sprecher. Stattdessen würden die Markenhersteller die allgemeine Inflation als „willkommenes Argument“ nutzen, um die eigene Gewinnmarge zu verbessern. Dies könne und wolle Edeka – im Sinne der Verbraucher – nicht einfach akzeptieren.

Nach Auffassung von Edeka erwirtschaften die großen Markenhersteller im Durchschnitt Gewinnmargen im zweistelligen Prozentbereich, welche die niedrigen einstelligen Margen der Einzelhändler um ein Vielfaches übersteigen.

Gleichzeitig beteuert Edeka zu den kleineren und mittelständischen Herstellern sowie landwirtschaftlichen Erzeugern zu stehen. „Die Auseinandersetzungen mit den internationalen Markenartikelherstellern haben aber keinen Einfluss auf die Zusammenarbeit mit kleineren und mittelständischen Herstellern sowie landwirtschaftlichen Erzeugern. Der Edeka-Verbund ist traditionell ein wichtiger und verlässlicher Partner der deutschen Landwirtschaft. Wir stehen als genossenschaftlicher Verbund von selbstständigen Kaufleuten für faire, partnerschaftliche und langfristige Beziehungen zu heimischen Erzeugern“, betont die Edeka-Zentrale in ihrer Stellungnahme.

30 % der Waren regional

Nach Angaben des Handelsriesen stammen rund 30 Prozent der Waren in den Edeka-Märkten von lokalen und regionalen, meist landwirtschaftlich geprägten Anbietern. Auf lokaler Ebene sei ein einzelner Kaufmann vielfach mit bis zu 80 lokalen Erzeugern verbunden.

Der Konzern verweist darauf, mit oftmals mehrjährigen Verträgen oder Abnahmegarantien den Erzeugern von Obst und Gemüse, aber auch von Fleisch und Molkereiprodukten Planungssicherheit und Perspektiven zu geben.

Angesichts der aktuell schwierigen Lage der Sauenhalter und Schweinemäster habe das Unternehmen Preisuntergrenzen über dem Marktpreis für Schweinefleisch in seinen Regionalprogrammen eingeführt, so der Unternehmenssprecher.

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