Marktverwerfungen

Milchmarkt: DRV hält verpflichtende Mengenreduzierung für unmöglich

Melken
Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Dienstag, 21.04.2020 - 16:11

Eine verpflichtende Mengenreduzierung sei in der Marktordnung nicht vorgesehen, bezieht der Deutsche Raiffeisenverband Stellung.

Berlin  - „Wer eine EU-weite Reduzierung der Milchanlieferungsmengen verlangt, um den Folgen der Coronavirus-Krise zu begegnen, verkennt den geltenden Rechtsrahmen.“, mahnte der Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), Franz-Josef Holzenkamp. Eine freiwillige Mengenreduzierung durch die Milcherzeuger gegen Zahlung einer Entschädigung könne erst ins Auge gefasst werden, wenn sich andere nach dem europäischen Marktordnungsrecht verfügbare Maßnahmen als unzureichend erwiesen hätten Eine gar verpflichtende Mengenreduzierung sei in der Marktordnung schlicht nicht vorgesehen.

Beide Wege würden zudem sehr lange dauern, was eine kurzfristige Stützung des Marktes ausschließe, so der DRV. Stattdessen solle das Instrument der privaten Lagerhaltung für Milchprodukte nun umgehend genutzt werden. So könne den Problemen, mit denen Teile des Marktes zu kämpfen haben, schneller und unkomplizierter begegnet werden. Diese Forderung hätten in den vergangenen Tagen auch der Agrarausschuss des Europäischen Parlamentes sowie die 27 EU-Agrarminister in einer gemeinsamen Position gegenüber der EU-Kommission sehr deutlich gemacht.

Der DRV lehnt im Übrigen externe politische Vorgaben für die Mengensteuerung zwischen Milcherzeugern und ihren Molkereien ab. Hier seien laut Holzenkamp die einzelnen Molkereigenossenschaften in eigener Verantwortung und in Abstimmung mit ihren Mitgliedern gefragt, das Management der Anlieferungsmengen zu gestalten.