Milchmarkt

Milcherzeugungskosten steigen

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Montag, 26.10.2020 - 13:39

Nachdem von April bis Juli 2020 die Milchauszahlungspreise sanken und die Kosten stiegen, hat sich die Wirtschaftlichkeit verschlechtert.

Milcherzeugung

Der Milch Marker Index ist von April bis Juli 2020 um einen Punkt auf einen Stand von 114 gestiegen. Für das dritte Quartal 2020 wurden Milcherzeugungskosten von 46,95 Cent pro Kilogramm Milch ermittelt. Gegenüber dem Vorquartal gab es auf der Kostenseite einen Anstieg von 0,19 Cent.

Allerdings wurden von April bis Juli 2020 die Milchauszahlungspreise von den Molkereien erneut gesenkt. In Folge verschlechterte sich das Verhältnis zwischen den Kosten und Erlösen und damit auch die Wirtschaftlichkeit der Milcherzeugung weiter.

In allen Regionen stiegen die Ausgaben für Energie, während die Kosten für das zugekaufte Futter und die anderen Betriebsmittel wie Saatgut, Dünger, Pflanzenschutz und die Instandhaltung von Maschinen und Gebäuden sich kaum veränderten. Auch die Rindererlöse hielten sich auf dem Stand vom Vorquartal.

 

33 % der Kosten nicht gedeckt

Milcherzeugungskosten

Die Milchauszahlungspreise fielen im Bundesdurchschnitt um 1,44 Cent auf 31,24 Cent pro Kilogramm Milch. Bei einer Preis-Kosten-Ratio von 0,67 können bei den derzeitigen Milcherlösen 33 Prozent und damit ein Drittel der Kosten der Milcherzeugung nicht gedeckt werden. Darauf hat der Bundesverband der Milchviehhalter, in dessen Auftrag der Index erstellt wird, hingewiesen. Damit befindee sich der deutsche Milchmarkt aktuell nahe am Tiefpunkt des Milchkrisenjahres 2016, als die Ratio bei 0,66 lag.

Auch in den einzelnen Bundesländern verschlechterten sich die Milchauszahlungspreise (ab Hof bei 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß). Die stärksten Preisrückgänge gab es im Norden mit -1,90 Cent (-5,93 %). Im Osten sanken die Preise um 1,38 Cent (-4,29%) und im Süden um 0,93 Cent (-2,8%) pro Kilogramm Milch.