Miilchmarkt

Milch: Es geht wieder aufwärts

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Erhard Richarts und Holger D. Thiele, ife Institut Kiel
am Freitag, 27.09.2019 - 11:05

Die wichtigsten Indikatoren für die weitere Preisentwicklung am Milchmarkt zeigen jetzt wieder nach oben.

Der Kieler Roh-stoffwert für Milch ist im September auf 31,4 Ct/kg gestiegen, nachdem er im August unter die 30 Ct-Schwelle gerutscht war. Die Tendenz ist weiter steigend. Die Preise für Milchpulver haben wesentlichen Anteil daran; aber auch lose Butter ist teurer geworden, so dass auch bald mit höheren Preisen im Einzelhandel zu rechnen ist. Am Spotmarkt werden inzwischen wieder Erlöse erzielt, die deutlich über den Kieler Rohmilchwert hinausgehen, nachdem sie längere Zeit deutlich zurückgeblieben waren. Auch die internationalen Märkte stützen die Einschätzung weiter steigender Milchmärkte in der EU.

Damit hat es in diesem Jahr ziemlich lange gedauert, bis sich die übliche Preisbefestigung in der zweiten Jahreshälfte eingestellt hat. Bei dieser Befestigung wirken sich mehrere Faktoren aus:

  • Die Milcherzeugung unterliegt trotz der modernen Haltungssysteme jahreszeitlichen Schwankungen mit einer saisonalen Spitze auf der nördlichen Hemisphäre im Zeitraum Mai/Juni und den niedrigsten Volumina im November und Dezember.
  • Umgekehrt verhält es sich bei den Preisen, d.h. dass dem ab Juni sinkenden Angebot steigende Preise gegenüberstehen.

Das funktioniert aber nicht in jedem Jahr: Zyklische Schwankungen von Angebot und Nachfrage können sich durch erhöhte Bestände an lagerfähigen Milcherzeugnissen stark dämpfend auswirken, so dass auch bei sinkender Erzeugung nicht sofort höhere Preise erzielbar sind. Umgekehrt können sich auch Situationen ergeben, in denen bei rasch wachsender Nachfrage die Preise erst mit beträchtlicher Verzögerung unter den Druck einer schon wachsenden Erzeugung geraten.