Milchmarkt

Milch: AbL spricht sich für Mengendisziplin aus

Futtermittel
Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Freitag, 27.03.2020 - 11:18

Aufgrund der Corona-Krise führen sowohl im Export als auch im Binnenmarkt unterbrochene Lieferketten zu nachgebenden Preisen.

Je nach Produktpalette sind die Molkereien unterschiedlich stark betroffen sind. Gleichzeitig ist die erzeugte Milchmenge in Deutschland auf ein Plus von mittlerweile 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert gestiegen.

Aktuell beginnen einige Molkereien Initiative zu ergreifen und sie fordern ihre Mitglieder zur Mengendisziplin auf. Die AbL begrüßt wirksame Molkerei-Aktivitäten, um auf den aktuell massiv angespannten Märkten zügig Mengen zu reduzieren. Das sei eine notwendige und richtige Reaktion.

Kriseninstrumente aktivieren

Die AbL fordert zudem die Bundesregierung und das Bundeslandwirtschaftsministerium auf, jetzt auf EU-Ebene ausdrücklich darauf hinzuwirken, dass Kriseninstrumente aktiviert werden. Grundsätzlich sei es sinnvoll festzulegen, dass Überlieferungen zu einem Vergleichszeitraum mit Abzügen belegt würden.

In der momentanen Situation favorisiert die AbL aber eine Mengenreduzierung auf betrieblicher Ebene mit Aufschlägen. Den Umfang einer Reduktion sollten die Betriebe selbst können. Denn die Verringerung der Kuhzahl zur Milchmengenreduzierung sei für manche Betriebe aufgrund der Situation auf den Schlachtviehmärkten derzeit kaum möglich, weil sich dort Engpässe in der Abnahme ergeben haben. Bei einer Mengenreduktion könne aber die vorzeitige Schlachtung von Altkühen notwendig werden. Die anstehende Weidesaison, durch die die Milchmenge steigt, stelle manche Milchbäuerinnen und -bauern dann vor zusätzliche Herausforderungen, ihren Beitrag zur Mengendisziplin zu leisten.