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LsV-Saarland verlangt vom Handel mehr Geld

Josef koch
Josef Koch
am Montag, 05.07.2021 - 12:45

Landesverband schreibt wegen Ausschluss von Tierhaltungsstufen an Lebensmittelhandel.

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In einem Offenen Brief fordert Land schafft Verbindung Saarland von den Lebensmitteleinzelhändlern (LEH) auf das bereits vorgelegte LsV-Fondskonzept, ähnlich dem des EEG, einzugehen, um die geforderten höheren Tierhaltungsstandards zu finanzieren. Bislang weigere sich der Lebensmitteleinzelhandel einen solchen Fonds zu unterstützen, heißt es in dem Offenen Brief. Dabei wäre es nach Auffassung von LsV Saarland durchaus sehr zeitnah möglich, durch die Umsetzung dieses Konzeptes, den bevorstehenden Strukturbruch zu verhindern.

Gut zwei Wochen nach dem Scheitern eines staatlichen freiwilligen Tierwohllabels ist Aldi mit einer Meldung vorgeprescht, nach der das Unternehmen bis 2030 nur noch Frischfleisch aus den Haltungsstufen 3 bzw. 4 verkaufen will. Ebenso möchte Kaufland (Lidl-Konzern) kein Frischfleisch der Haltungsstufe 1 mehr verkaufen.

LEH soll sich der Verantwortung stellen

Für den LsV sei es verwunderlich, dass der LEH in Verhandlungen mit den Landwirten nicht müde werde zu beteuern, dass kaum direkte Geschäftsbeziehungen zwischen Landwirtschaft und dem Lebensmitteleinzelhandel bestünden. „Zumindest so der Anschein, wenn es darum geht, Preise zu verhandeln, die es der Landwirtschaft ermöglichen sollen, zukunftsorientiert ökonomisch und ökologisch wirtschaftlich zu sein“, so das Schreiben.

Aus LsV- Sicht ist es unbegreiflich, wie Lebensmitteleinzelhändler ihre Marktmacht missbrauchen, um Landwirten öffentlich vorzuschreiben, wie sie ihre Betriebe zu führen haben, es andererseits aber sträflich vernachlässigen, gemeinsam eine Strategie zu erarbeiten, wie eine zukunftsorientierte Landwirtschaft bezahlt werden könne.

Derzeit werden laut LsV Saarland 5 % Frischfleisch aus der Haltungsstufe 3 und 4 verkauft. Eine Steigerung um 95 % bis 2030 sei sehr ambitioniert. Auch wenn es im Agrardialog hierzu schon einige Fortschritte gebe, fordert die Organisation nochmals eindringlich gerade Aldi und Kaufland auf, zeitnah an einer "Lösungsfindung zur Finanzierung der von Ihnen selbst gesteckten Ziele" mitzuarbeiten.

Aldi und Kaufland hätten mit ihrer Ankündigung zum günstigen Einkaufsverhalten der Konzerne maßgeblich aufgezeigt, dass der Lebensmitteleinzelhandel sehr wohl eine indirekte Geschäftsbeziehung zur Landwirtschaft habe. So müssten sie sich nun auch der Verantwortung zur Finanzierung der Forderungen stellen, heißt es im Schreiben an den LEH.