Milchmarkt

LEH will ab 2022 Milch kennzeichnen

Josef Koch
Josef Koch
am Donnerstag, 01.07.2021 - 17:54

Ab kommenden Jahr kann der Lebensmittelhandel auch die Milch nach Haltungsstufen kennzeichnen. Was sind die Folgen?

Stufe 3

Milch und Milchprodukte, wie Käse und Joghurt, können ab 2022 auch mit dem vierstufigen Haltungsform-Kennzeichen versehen werden. Verbraucher können dann auf den ersten Blick erkennen, wie hoch das Tierwohl-Niveau bei der Haltung der Milchkühe ist, deren Erzeugnisse sie einkaufen. Darauf haben sich die in der Initiative Tierwohl (ITW) engagierten Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) verständigt.

"Dass die Haltungsform Verbrauchern künftig nicht nur bei Puten-, Hähnchen-, Schweine- und Rindfleisch, sondern auch bei Milch und Milchprodukten ermöglicht, Tierwohl in eine schnelle Kaufentscheidung einzubeziehen, ist ein entscheidender Schritt", erklärt Robert Römer, Geschäftsführer der ITW.

Drohen auch bei Milch Auslistungen?

Laut ITW hat sich am Beispiel Fleisch gezeigt, dass das Haltungsform-System des Handels inzwischen zur Standard-Orientierung beim Tierwohl geworden ist. Das ist auch für die Kennzeichnung von Milch und Milchprodukten das erklärte Ziel, erklärt ITW-Geschäftsführer Römer. Bei Fleisch listen Aldi, Kaufland und Rewe gerade die Haltungsstufe 1 aus. Aldi will ab 2030 nur noch die Stufen 3 und 4 akzeptieren. Droht das bei Milch auch? Branchenkenner fürchten das. So fällt unter die Haltungsstufe 1 beispielsweise auch Milch aus der ganzjährigen Anbindehaltung.

Der klassische Laufstall und die Kombihaltung mit 120 Tage Bewegung, täglich 2 Stunden würde dagegen unter die Haltungsstufe 2 fallen.

Bereits jetzt sind im Haltungsform-System Kriterien für die Haltung von Milchvieh definiert, wenn es darum geht das Fleisch dieser Tiere für den Endverbraucher zu kennzeichnen. Künftig gelten die aktualisierten Kriterien nun für Milch und Fleisch gleichermaßen, teilt die ITW mit. Diese können Sie hier herunterladen.