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Meinungsumfrage

Kümmert sich Regierung zu wenig um Versorgungssicherheit?

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Redaktion Wochenblatt
am Montag, 23.05.2022 - 14:35

Umfrage zeigt, dass Verbraucher sensibel die Handlungsfähigkeit der Politik verfolgen. Gruppen mit niedrigerem Einkommen sind in Sorge.

Käse

So sonst Sonnenblumenöl, Senf und Mehl im Supermarktregal stehen, herrscht inzwischen oft gähnende Leere. Dazu deutlich gestiegene Preise bei vielen Lebensmitteln wie Butter, Milch und Fleisch.

Es ist offensichtlich: Die Folgen des Ukraine-Krieges und der Corona-Pandemie sind in den Lebensmittelgeschäften angekommen. Drei Viertel der Deutschen haben in den letzten Wochen beim Einkaufen selbst erlebt, dass ein Produkt nicht mehr verfügbar war. Das belegt eine Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey unter 2500 Personen im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE).

42 % der Befragten machen sich darüber hinaus Sorgen um die Versorgungssicherheit in Deutschland angesichts von Preissteigerungen und vergriffener Produkte.

Gerade Gruppen mit tendenziell niedrigerem Einkommen machen sich in der aktuellen Situation Sorgen, so zum Beispiel Arbeitslose (51 %), Arbeiter (56 %) und Menschen mit einem Hauptschulabschluss (56 %). Mit 45 % findet fast die Hälfte der Deutschen, dass die Bundesregierung zu wenig tue, um die zukünftige Lebensmittelversorgung in Deutschland zu sichern. 

"Man erkennt, dass die Verbraucher überaus sensibel und mit großem Interesse die Handlungsfähigkeit der Politik verfolgen", sagt BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff zu den Ergebnissen. "Wichtig ist jetzt, dass alles vermieden wird, was in dieser Krisensituation zu weiteren, unnötigen Preissteigerungen führt."

Ernährungsindustrie im Überblick

  • Die deutsche Ernährungsindustrie erlebt aktuell den dramatischsten Anstieg ihrer Produktionskosten seit 70 Jahren. Es gibt kaum einen Bereich, in dem die Kosten nicht steigen.
  • Die größten Kostentreiber sind Rohstoffe, Energie, Verpackung und Logistik.
  • Die Ernährungsindustrie ist mit einem jährlichen Umsatz von 181 Mrd. Euro der viertgrößte Industriezweig Deutschlands.
  • Über 610 000 Beschäftigte in rund 6100 Betrieben versorgen die Verbraucher mit hochwertigen und preiswerten Lebensmitteln.
  • Die Branche ist klein- und mittelständisch geprägt: 90 % der Unternehmen der deutschen Ernährungsindustrie gehören dem Mittelstand an.
  • Die Exportquote von 35 % zeigt, dass Kunden auf der ganzen Welt die Qualität deutscher Lebensmittel schätzen.