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Milchmarkt

Kostenschub in der Milcherzeugung

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Redaktion Wochenblatt
am Mittwoch, 23.03.2022 - 14:00

Steigende Betriebsmittelpreise treiben Erzeugungskosten auf 52 bis 57 Cent.

Futter Kühe

Die Milchviehbetriebe sind wegen explodierender Energie- und Futterkosten sowie steigenden Düngemittelpreisen unter starken Kostendruck geraten. Zwar könnten sich die Milchbauern seit einigen Monaten über steigende Molkereiauszahlungspreise aufgrund eines global begrenzten Angebots freuen, doch werde ein Großteil der Erlöse durch die höheren Inputkosten aufgezehrt, teilte die Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen mit.

Diese Kostenbelastung sei sowohl in der Futterwirtschaft als auch im Ackerbau und der Nutztierhaltung zu beobachten.

Laut dem LWK-Bereichsleiter Dr. Albert Hortmann-Scholten machen beispielsweise in der Grundfuttergewinnung beim Maisanbau die Treibstoffkosten in Abhängigkeit von der Erntemenge normalerweise zwischen 140 und 150 Euro je Hektar aus. „Momentan müssen die Futterbaubetriebe jedoch mindestens mit einer Verdopplung der Dieselkosten auf etwa 300 Euro/ha rechnen“, so der Experte.

Mineraldünger-Kosten kaum zu quantifizieren

Die Kostenexplosion bei zugekauften notwendigen Mineraldüngemitteln zur Ertragssicherung auf den Dauergrünlandflächen dürfte noch stärker ausfallen und sei momentan kaum zu quantifizieren. „Wohl den Betrieben, die im vergangenen Herbst auf einem wesentlich geringeren Preisniveau entsprechende Lieferkontrakte mit dem Landhandel abgeschlossen haben“, erklärte Hortmann-Scholten.

Kraftfutterpreise haben sich verdoppelt

Des Weiteren steigen in den Milchviehbetrieben vor allem die Kosten für Kraftfutter. Der aktuelle Preis für Milchleistungsfutter habe sich gegenüber dem Vorjahr bereits verdoppelt, und auch die Kosten für anderes Futter dürften erheblich zulegen.

Moderne Milchviehbetriebe benötigten zudem für die Arbeitsbereiche Kühlung, Melk- und Stalltechnik enorme Mengen an Strom. Auch hier sei in Abhängigkeit der weiteren geopolitischen Entwicklungen mit erheblichen Verteuerungen zu rechnen.

Bayerische Preise hinken hinterher

Sollten sich die aktuell erreichten Preisniveaus fortschreiben, werden sich laut Hortmann-Scholten bei einem Gros der Betriebe die vollkostendeckenden Milcherzeugerpreise je Kilogramm im laufenden Wirtschaftsjahr zwischen 52 und 57 Cent bewegen.

Die Auszahlungspreise der norddeutschen Molkereien lagen im Februar 2022 zwischen 42 und 45 Cent/kg, vor einem Jahr im Mittel noch bei lediglich rund 32 Cent/kg. Die Preise in Bayern hinken aufgrund der hohen Käseproduktion im Durchschnitt noch hinterher. 

Mit Material von AgraEurope