Mercosur

Kleine Welt durch internationalen Handel

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Rainer Königer
am Donnerstag, 04.07.2019 - 10:50

Durch den Handel und die fehlenden Transportkosten sind wir alle zu Nachbarn geworden, ohne es zu merken.

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Der Fleischmarkt ist nur eines von vielen Beispielen: Die Exportzahlen steigen und es wird immer mehr gehandelt. Dass dadurch die Preise zwangsweise mit steigen, ist leider eine Illusion. Denn mehr Export heißt in vielen Fällen auch mehr Import.

Das geplante Handelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten kann diesen Effekt für landwirtschaftliche Produkte wohl noch steigern. Während wir argentinisches Rind auf den Grill schmeißen, futtern die Leute in Brasilien vielleicht bayerische Jungbullen. Aber auch nur, wenn das Abkommen gerecht ausfällt. Für den Handel ist das offenkundig ein lohnendes Geschäft. Egal wie. Doch wie kann dieses Geschäft lohnend sein? Der Seeweg von Buenos Aires nach Hamburg beträgt mit ein paar Zwischenstopps 13.000 Kilometer. Das müsste das Fleisch doch eigentlich unbezahlbar machen? Das tut es nicht.

Die Transportkosten auf den großen Containerschiffen sind lächerlich gering. Ein großes Containerschiff mit einer Länge von 366 Metern bietet Platz für 13.200 Standardcontainer und kann 140.000 Tonnen zuladen. Da kommen sie mit dem Schlachten gar nicht mehr hinterher. Und gepaart mit den Preisen für Schiffsdiesel machen die Transportkosten für ein Kilogramm Fleisch dann vielleicht noch ein paar Cent aus. Das ist doch eigentlich krank und hat mit Nachhaltigkeit rein gar nichts zu tun.

Die Folgen dieses weltweit absurden Handels sind gewaltig. Die Belastung der Meere und des Klimas sind das eine, der Import der Billiglöhne ist das andere. Warum Import der Billiglöhne? Wenn der Transport nichts mehr kostet, haben sie vor der Haustüre nicht mehr nur ihre Nachbarn, sondern auch den südamerikanischen Großmäster. Durch den Handel und die fehlenden Transportkosten sind wir alle zu Nachbarn geworden, ohne es zu merken. Und einen gibt es immer, der billiger produzieren kann oder muss.