Ernte 2019

Kartoffelmarkt: das passt – soweit

Kartoffelernte
Wolfgang Piller Portrait 2019
Wolfgang Piller
am Donnerstag, 05.09.2019 - 10:03

Die Haupternte hat noch nicht begonnen, aber schon jetzt lässt sich sagen: 2019 wird kein Spitzenjahr für Bayerns Kartoffeln, aber auch kein schlechtes.

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Aus mehreren Gründen ist die Aussage einigermaßen sicher. Da ist zum einen die Psychologie und zwar unsere besondere Spielart der Marktpsychologie. Die sagt folgendes: Wenn ein Markt für Bayerns Erzeuger gut beginnt, kann er schon nicht mehr ganz schlecht enden. Das ist zugegebenermaßen ein schlechter Scherz und bestenfalls ein schwacher Trost, aber es ist einer.

Denn so manches Kartoffeljahr hat schon mit ganz anderen (Frühkartoffel-)Preisen gestartet. Vermutlich ist das nun eine Frage der Persönlichkeit, was leichter oder schwerer zu verkraften ist: Hohe Preise zum Start, die dann stark fallen, oder niedrige Startpreise, die gar nicht mehr weit sinken können. Erinnert sei zudem daran, auf welch niedrigem Niveau in früheren Jahren die Kartoffelpreise schon waren. Da wurden die Knollen nicht mehr verkauft, sondern in den Biogasanlagen beseitigt.

Davon sind die Kartoffelerzeuger sehr weit weg und es ist auch nicht davon auszugehen, dass sie heuer in eine nur annähernd so missliche Lage geraten. Die Anbaufläche wurde nur maßvoll ausgedehnt und die Erträge werden den Markt wahrlich nicht überfluten. Ganz im Gegenteil: Hitze und Regen im Wechsel dürften die Pflanzen hin und hergerissen haben. Wie sich das auf Zuwachs und Knollenqualität auswirkt, steht noch nicht fest, doch die Erntemenge dürfte jedenfalls nicht explodieren. Es bleibt stattdessen zu hoffen, dass die Knollen noch zulegen. Platz in den Dämmen müsste vorhanden sein. Bonituren und Auswertung der Vorernteschätzung zeigen, dass die Kartoffeln in ihrer Größe noch Luft nach oben haben. Positiv gesagt: Der zu erwartende Ertrag wird in Qualität und Größe gut marktfähig sein. Das ist der nächste Hinweis, warum das Kartoffeljahr ohne allzu große Enttäuschung verlaufen sollte. Auch ohne Psychologie.