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Weltmarkt

Internationale Lebensmittelpreise auf Zehnjahreshoch

Josef koch
Josef Koch
am Freitag, 07.01.2022 - 10:28

FAO stellt für Dezember leichten Rückgang fest. 2021 waren Nahrungsmittel aber so teuer wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Lebensmitteleinkauf-Supermarkt

Die Weltnahrungsmittelpreise sind nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) im Dezember leicht gefallen. Grund dafür seien die deutlich gesunkenen internationalen Preise für Pflanzenöle und Zucker gewesen. Der FAO-Nahrungsmittelpreisindex lag im Dezember bei durchschnittlich 133,7 Punkten, ein Rückgang von 0,9 Prozent gegenüber November.

Damit war er immer noch um 23,1 Prozent höher als im Dezember 2020. Der FAO-Index bildet die monatlichen Veränderungen der internationalen Preise gängiger Lebensmittelprodukte ab. Lediglich der Milch-Subindex verzeichnete im Dezember einen monatlichen Anstieg, während die internationalen Fleischpreise nahezu stabil blieben.

Für das Gesamtjahr 2021 lag der FAO-Lebensmittelpreisindex im Durchschnitt des gesamten Jahres mit 125,7 Punkten sogar 28,1 Prozent über dem Vorjahr. Damit erreichten die Weltnahrungsmittelpreise ein Zehnjahreshoch. Nur 2011 befanden sich die Preise auf einem Allzeithoch. Der Index betrug damals 131,9 Punkte.

Getreide: Höchster Stand seit 2012

„Während erwartet wird, dass die normalerweise hohen Preise einer erhöhten Produktion weichen, lassen die hohen Kosten für Betriebsmittel, die anhaltende globale Pandemie und die immer unsichereren klimatischen Bedingungen wenig Raum für Optimismus hinsichtlich einer Rückkehr zu stabileren Marktbedingungen auch im Jahr 2022“, sagte FAO Senior Ökonom Abdolreza Abbasian.

Der FAO-Getreidepreisindex ging im Dezember 2021 gegenüber November um 0,6 Prozent zurück. Sinkende Weizenexportnotierungen aufgrund des verbesserten Angebots nach den Ernten auf der südlichen Hemisphäre konnten die festeren Maispreise aufgrund der starken Nachfrage und der Sorgen über anhaltende Trockenheit in Brasilien mehr als ausgleichen. Für das Gesamtjahr erreichte der FAO-Getreidepreisindex jedoch den höchsten Jahresstand seit 2012 und lag im Durchschnitt 27,2 Prozent über dem Wert von 2020, wobei Mais 44,1 Prozent zulegte, Weizen 31,3 Prozent, Reis jedoch 4,0 Prozent.

Pflanzenöle markieren Allzeithoch

Der FAO-Pflanzenölpreisindex ging im Dezember um 3,3 Prozent zurück, wobei schwächere Notierungen für Palmöl und Sonnenblumenöl eine gedämpfte globale Importnachfrage widerspiegeln, die möglicherweise mit Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen steigender COVID-19-Fälle in Verbindung gebracht wird. Für das Gesamtjahr 2021 erreichte der FAO-Pflanzenölpreisindex ein Allzeithoch und stieg gegenüber 2020 um 65,8 Prozent.

Der FAO-Zuckerpreisindex ging gegenüber November um 3,1 Prozent zurück und erreichte ein Fünf-Monats-Tief, was Bedenken über die möglichen Auswirkungen der COVID-19-Variante von Omikron auf die globale Nachfrage sowie einen schwächeren brasilianischen Real und niedrigere Ethanolpreise widerspiegelt. Für das Gesamtjahr 2021 stieg der FAO-Zuckerpreisindex gegenüber dem Vorjahr um 29,8 Prozent auf den höchsten Stand seit 2016.

Preise für Milch stärker gestiegen als für Fleisch

Der FAO-Fleischpreisindex war im Dezember mit 111,3 Prozent weitgehend stabil, aber im Gesamtjahr 2021 lag der FAO-Fleischpreisindex mit 107,6 Prozent um 12,7 Prozentpunkte höher als 2020. Damit sind die Fleischpreise von ihrem Allzeithoch in 2014 von 112,2 Prozent noch ein Stück entfernt.

Der FAO-Milchpreis-Index stieg im Dezember als einziger um 1,8 Prozent gegenüber dem Vormonat, da die internationalen Notierungen für Butter und Milchpulver angesichts der geringeren Milchproduktion in Westeuropa und Ozeanien stiegen. Die Käsepreise gingen geringfügig zurück, was eine Präferenz für westeuropäische Milcherzeuger widerspiegelte. Im Jahr 2021 lag der FAO-Milchpreis-Index im Durchschnitt um 16,9 Prozent höher als im Jahr 2020 und erreichte 119 Prozent. Das Allzeithoch betrug 2013 indes 140,9 Prozent.

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