Milchmarkt

Industrieverband betrachtet Milchpreis als stabil

Auszahlungspreise
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Freitag, 23.10.2020 - 16:43

Der durchschnittliche Milchpreis 2020 wird bundesweit etwa 32,5 Cent netto je Kilogramm Rohmilch betragen bei einem Fettgehalt von 4 Prozent und 3,4 Prozent Eiweiß.

Der Markt für Milch und Milchprodukte zeigte sich trotz der Corona-Pandemie nach Einschätzung des Milchindustrieverbandes als recht stabil. Allerdings hatte sich das Verbraucherverhalten zunächst verändert. Durch den vorübergehenden Wegfall der Belieferung an Hotels, Gaststätten und Gemeinschaftsverpflegung stieg der Bedarf der deutschen Haushallte deutlich. Auch in der EU war der Effekt zu spüren. Besonders litten darunter spezialisierte Liefermolkereien für den Großverbraucherbereich. Hingegen stieg die Nachfrage im deutschen und europäischen Einzelhandel auf ein Rekordniveau.

Die schwächere Marktsituation im 1. Halbjahr 2020 führte zeitverzögert zu leicht niedrigeren Auszahlungsleistungen der deutschen Molkereien an ihre Milcherzeuger. Jedoch gibt es regional eine stark unterschiedliche Ausprägung. Der durchschnittliche Milchpreis 2020 wird bundesweit etwa 32,5 Cent netto je Kilogramm Rohmilch betragen bei einem Fettgehalt von 4 Prozent und 3,4 Prozent Eiweiß.

Milchanlieferung im Herbst etwas über Vorjahr

Die Milchanlieferung in Deutschland liegt im Herbst 2020 witterungsbedingt in Summe etwas über dem Vorjahreszeitraum, wobei 2019 auch bereits ein sehr trockenes Jahr war. Anders als im Vorjahr sind 2020 einzelne Regionen innerhalb Deutschlands deutlich stärker von der Trockenheit betroffen, so dass es regional Futterengpässe bzw. geringe Futterreserven für die Wintermonate bis 2020 gibt.

Die Produktionskapazitäten für Käse in Deutschland wurden 2020 leicht erhöht. Weitere Großprojekte sind derzeit aber bei Käse nicht in Planung.