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IGC revidiert Prognose globaler Getreideernte

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aiz
am Montag, 02.08.2021 - 13:32

Der Internationale Getreiderat geht nun im Wirtschaftsjahr 2021/22 von nahezu neutralen Bilanzen für Mais und Weizen aus.

Die Bilanzen stellen sich jedoch regional stark unterschiedlich dar. China hortet das Gros der globalen Weizen- und Maisreserven, während etwa die Weizenbilanz der EU als zweitgrößter Exporteur sehr eng ausfällt und die Union sogar beträchtliche Mengen Mais einführen muss. Sehr konzentriert, nämlich dominiert von den drei führenden Exporteuren USA, Brasilien und Argentinien sowie vom mit Abstand größten Importeur, China, zeigt sich der Sojaweltmarkt. Die im IGC-Preisindex erfassten globalen Weizen- und Maispreise seien seit Juni gestiegen und Getreide, Mais sowie Sojabohnen deutlich teurer als vor einem Jahr.

Produktion und Nachfrage steigen

Die gesamte Getreideproduktion der Welt und ihr Verbrauch steigen dem Grain Market Report zufolge in der angelaufenen Saison 2021/22 auf Rekordwerte und gegenüber 2020/21 um 3,7 respektive 2,6%. Insbesondere Mais mit 74 Mio. t mehr als im Vorjahr und Weizen mit einem Plus von 15 Mio. t führen die Hitliste an. Die Endlagerbestände werden sich in einer nahezu ausgeglichenen Bilanz zum Vorjahr kaum ändern. Gegenüber dem Vormonat kürzt der IGC wegen der Dürre in Nordamerika seine Ernteprognose um 6 Mio. t, den Verbrauch nimmt er wegen der Erwartung einer schwächeren Verfütterung um 4 Mio. t zurück.

Damit prognostizieren die Londoner Experten zwar eine etwas schwerere Maisbilanz als vor Monatsfrist mit einem leichten Bestandsaufbau nach Jahren des Abbaus, kürzen aber wegen nunmehr niedrigerer Lagerschätzungen von Weizen und Gerste gegenüber dem Juni-Getreidemarktreport die globale Endlagerschätzung 2021/22 um 3 Mio. t.

Die zum Vorjahr fast unveränderten Endlager führen im aktuellen Wirtschaftsjahr im Verhältnis zu den steigenden Verbrauchszahlen bei Weizen, Mais und Getreide insgesamt zu geringeren Endlageranteilen am Verbrauch (Ratio stock to use). Beim Weizen sinken sie global auf immer noch großzügige 35,38%, allerdings bestehen extreme lokale Streuungen.

EU mit enger Weizenbilanz

So bedeuten etwa in der EU am Ende des Wirtschaftsjahres 2021/22 Weizenreserven von 11,9 Mio. t gemessen am Eigenverbrauch von 108,6 Mio. t und den 142,2 Mio. t einschließlich der 33,6 Mio. t Export gerade einmal einen Endlageranteil von 10,96 beziehungsweise 8,37%. In anderen Worten: In den Silos der Union bleiben Ende Juni 2022 nach abgelaufener Saison von Eigenverbrauch und Ausfuhren Weizenreserven für knapp 31 Tage. Rechnet man aus der weltweiten Weizenbilanz China heraus, das 45,39% der globalen Weizenlager und Reserven von 87,59% seines Jahresbedarfs respektive für fast 320 Tage hortet, bleiben Weizenendlager von 23,81% des Bedarfs oder für fast 87 Tage über.

Die für die Versorgung der Welt bedeutenden größten Weizenexporteure (Argentinien, Australien, EU, Kanada, Kasachstan, Russland, Ukraine und USA), die gut die Hälfte des weltweiten Weizenkonsums bereitstellen und maßgeblich die Marktpreise bestimmen, kommen auf eine Ratio von stock to use von 14,34%, also eine Reserve für 52 Tage. Die Märkte schätzen Endlageranteile unter 20% als bullish, das heißt die Preise treibend, und solche über 20% als bearish beziehungsweise preisdrückend ein.

China sitzt auf mehr als zwei Drittel der weltweiten Maislager - EU unterversorgt

Noch krasser stellen sich diese regionalen Ungleichgewichte am Weltmarkt für Mais dar: Hier bunkert China 67,37% der weltweiten Reserven beziehungsweise 61,19% seines Jahresbedarfs. Im Gegensatz zum Weizenmarkt, auf dem die EU als zweitgrößter Exporteur (Russland: 38,1 Mio. t, EU: 33,6 Mio. t, USA: 23,8 Mio. t, Australien und Kanada jeweils gut 20 Mio. t) auftritt, ist sie beim Mais schwer von Importen abhängig: Bei einer Eigenproduktion 2021/22 von 68,3 Mio. t wird sie laut dem IGC 15,8 Mio. t Mais einführen müssen, um ihren Eigenverbrauch von 80,0 Mio. t decken zu können.