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Energiekosten

Heizölpreise stürzen drastisch ab – Kaufen oder noch warten?

Olaf Zinke
am Freitag, 11.11.2022 - 10:33

Die Heizölpreise stürzen weiter ab. Im Bundesmittel kostet Heizöl die Verbraucher erstmals wieder weniger als 140 Euro je 100 Liter. In einigen Bundesländer sind die Preise unter die Marke von 130 Euro je 100 Liter gefallen. Ursache sind die stark gefallenen Ölpreise und der Preisrutsch bei Gasöl, dem wichtigsten Vorprodukt für Heizöl.

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Am Donnerstagmorgen (10.11.) kostete Heizöl im Bundesmittel 139,8 Euro je 100 Liter, berichtet der Branchendienst Tecson. Damit hat sich Heizöl im Vergleich zum vorigen Montag, als die Heizölpreise bereits auf 148,9 Euro gefallen waren, nochmals deutlich verbilligt.

Grund sind die stark fallenden Rohölpreise und der drastische Rückgang bei den Gasölpreisen, dem wichtigsten Vorprodukt für Heizöl und Diesel. Seit Anfang Oktober (172 Euro) ging es mit den Heizölpreisen um fast 20 % bzw. 32 Euro je 100 Liter nach unten.

Im Norden sind die Heizölpreise aber weiterhin deutich höher als im Süden, zeigen die Daten aus den Regionen (siehe Grafik unten). Allerdings hat sich die Preisdifferenz verringert. Heizölhändler berichten außerdem, dass sich das Kaufinteresse der Heizölkunden trotz der abstürzenden Preise in Grenzen hält.

Die Zahl der Bestellungen liegt offenbar nur auf einem mittleren Niveau, sagt das Heizölportal esyoil.

Händler raten angesichts der fallenden Preise jedoch zum Kauf. Doch viele Heizölkunden warten auf noch bessere Einstiegspreise. Ein sehr hoher Anteil der Heizölkäufer rechnet offenbar mit weiter fallenden Heizölpreise. Im Moment sieht auch alles danach aus.

Auch die Versorgungslage ist derzeit besser als erwartet. Vor dem Start der EU-Sanktionen für russische Ölprodukte im Februar werden aber viele Importeure ihre Vorräte noch aufstocken. Das könnte den Preisrückgang stoppen oder zumindest abbremsen.Sicher ist das aber nicht, wenn man auf die auch heute weiter fallenden Rohölpreise und Gasölpreise schaut. Wer noch nicht für den Winter vorgesorgt hat, sollte die Kaufentscheidung trotzdem nicht zu lange aufschieben, sagen Beobachter.  Die Unsicherheit bleibt groß.

Heizölpreise im Süden unter 130 Euro gefallen

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Die Heizölpreise geben in den meisten Regionen weiter stark nach. Trotzdem sind die Preisunterschiede bei den Angeboten der regionalen Heizölhändler noch groß, werden aber deutlich kleiner.

Derzeit liegen zwischen den teuersten (Mecklenburg-Vorpommern) und dem billigsten Bundesland (Bayern) noch 19 Euro je 100 Liter Differenz. Das sind rund 10 Euro weniger als zum Beginn der Woche. Bei einem Einkauf von 3000 Litern Heizöl bedeutet das noch 570 Euro Preisunterschied.

Am billigsten ist Heizöl weiterhin in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. In Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen kostet Heizöl aktuell am meisten.

Am Donnerstagmorgen lagen die Heizölpreise in Bayern nach den Erhebungen des Branchendienstes esyoil.com bei 128 Euro je 100 Liter und damit 10 Euro niedriger als am Montag. In Nordrhein-Westfalen müssten die Verbraucher aktuell 130 Euro zahlen und damit 8 Euro weniger als zum Beginn der Woche.

Am teuersten war Heizöl in Mecklenburg-Vorpommern mit rund 147 Euro (obwohl es im Wochenverlauf um 16 Euro nach unten ging). In Bremen werden von Verbrauchern heute 146 Euro je 100 Liter verlangt und damit 10 Euro weniger als am Montag und in Schleswig-Holstein kostet Heizöl rund 144 Euro und damit ebenfalls 12 Euro weniger als am Montag.

In Niedersachsen bewegten sich die durchschnittlichen Preisforderungen bei 144 Euro je 100 Liter und damit über dem Durschnitt – jedoch ebenfalls 11 Euro niedriger am Montag.