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Heizölpreise fallen: Jetzt kaufen oder noch warten?

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Dr. Olaf Zinke, agrarheute
am Dienstag, 10.01.2023 - 14:00

Die Heizölpreise fallen weiter, nachdem es zum Wochenbeginn eine Verschnaufpause gab. Das sagen Experten zur weiteren Entwicklung.

Die Heizölpreise fallen am Dienstag weiter, nachdem es zum Wochenbeginn eine kurze Verschnaufpause gab. Viele Kunden rechnen mit weiteren Preisrückgängen und halten sich beim Einkauf zurück. Am Dienstagmorgen (10.01.2023) kostete Heizöl im Bundesmittel knapp 117,6 Euro je 100 Liter, berichtet der Branchendienst Tecson. Das sind reichlich 1,50 Euro weniger als am Vortag und knapp 10 Euro weniger als vor einer Woche. Der letzte Tiefpunkt der Heizölpreise, von Mitte Dezember, ist damit fast wieder erreicht. In einigen Bundesländern – wie Nordrhein- Westfalen - sind die Heizölpreise bereits unter 110 Euro je 100 Liter gefallen. In weiteren Bundesländern liegen die Preise knapp über der 110-Euro-Marke. Dort werden die letzten Tiefstände der Preise bereits unterboten. „Das Preisniveau erscheint nicht unattraktiv, bewegt es sich doch im Bereich des Zehnmonatstiefs. Allerdings bestehen durchaus weitere Abwärtsmöglichkeiten, denn die Energiepreise kommen allgemein zurück“, sagt der Branchendienst Tecson.

So sind die für Gas, Pellets und Strom im Großhandel und am Spotmarkt zuletzt weiter deutlich gefallen und das wird sich wohl so schnell nicht ändern. Neben dem vorausgegangenen Preisanstieg drosselten zuletzt aber auch die sehr milden Temperaturen in Deutschland den Heizölverbrauch und die Nachfrage. So sieht auch der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, für diesen Winter keine Gefahr mehr für eine Gasmangellage. „Bei aller Restunsicherheit: Ich rechne nicht damit, dass diesen Winter noch etwas schiefgeht“, sagte er der „Bild am Sonntag“.

Er gehe inzwischen davon aus, dass die Speicher am Ende des Winters zu mehr als 50 Prozent gefüllt sein werden. „Wir konzentrieren uns jetzt auf den nächsten Winter.“ Bei den zuletzt stark gefallenen Preisen rechnet Müller mit einem Ende der Preisschwankungen. Das sehen auch die Heizölkunden so. Händler melden die Kaufaktivität der Heizölkunden als sehr zurückhaltend. An den Terminmärkten sind die Preise Rohöl und für Gasöl gestern gestiegen. Heute geht es im laufenden Handel aber schon wieder nach unten.

Kunden rechnen mit weiteren Preisabschlägen

Die Kaufaktivität der Heizölkunden mit den fallenden Preisen deutlich nachgelassen, berichten die meisten Händler. Offenbar geht man von weiter fallenden Preisen aus, was die aktuelle Entwicklung auch bestätigt. In einigen Bundesländern – wie NRW – sind die Preise auch schon unter die letzten Tiefstände von Mitte Dezember gefallen. Dabei haben sich die regionalen Preisunterschiede im neuen Jahr deutlich verringert, zeigen die Daten aus den Regionen (siehe Grafik). Heute (10.01) liegen zwischen den teuersten (Bremen) und dem billigsten Bundesland (Nordrhein-Westfalen) knapp 15 Euro je 100 Liter Differenz. Bei einem Einkauf von 3000 Litern Heizöl, macht das immerhin einen Preisunterschied von 450 Euro.

Am billigsten ist Heizöl weiterhin in Nordrhein-Westfalen sowie in Rheinland-Pfalz und in. In Bremen, Niedersachsen und Berlin kostet Heizöl heute am meisten. Am Dienstagvormittag (10.10) lagen die Heizölpreise in Nordrhein-Westfalen nach den Erhebungen des Branchendienstes esyoil 108 Euro je 100 Liter und damit 8 Euro niedriger als vor einer. Woche. In Rheinland-Pfalz müssen die Verbraucher heute 112 Euro zahlen und damit 7 Euro weniger als vor Wochenfrist. Am teuersten war Heizöl heute in Bremen mit 123 Euro – das waren trotzdem 13 Euro weniger als vor einer Woche. In Niedersachsen lagen die Preisforderungen am Dienstagmorgen bei 129 Euro je 100 Liter und damit 11 Euro niedriger als eine Woche zuvor.

Dieser Artikel erschien zunächst bei agrarheute.