Getreidemarkt

Hafer ist in Deutschland stark gefragt

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am Mittwoch, 29.09.2021 - 11:11

Die Anbauflächen von Hafer und die Erntemenge in Deutschland sind um 13 Prozent gestiegen. In Nord- und Osteuropa gibt es massive Ernteeinbußen.

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Die Anbauflächen für Hafer in Deutschland werden weiter ausgedehnt. Das meldet der Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft VGMS. Nach der Steigerung im Jahr 2020 auf 157 100 ha erreichen die Flächen in diesem Jahr gemäß den ersten Erhebungen des Statistischen Bundesamts 177 100 ha. Dies entspricht einem Wachstum von 13 % gegenüber dem Vorjahr. Die Erträge liegen im guten Durchschnitt, sodass die Erntemenge ebenfalls um 13 % auf 814 300 t gestiegen ist.

Flächenausdehnungen, die gegenüber 2020 über dem Bundesdurchschnitt liegen, sind für Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen und Schleswig-Holstein zu verzeichnen. Flächenreduzierungen gab es dagegen in Rheinland-Pfalz, Saarland und Nordrhein-Westfalen.

Nach Aussage der Hafermühlen in Deutschland ist und bleibt der Bedarf an Schälhafer für die Lebensmittelherstellung in den Mühlen hoch. In Deutschland unterstützen die steigenden Erntemengen der letzten beiden Jahre grundsätzlich die regionale Beschaffungssituation.
Wie sich jedoch die Haferqualität insgesamt darstellt, werden die kommenden Wochen bei der Bonitierung zeigen. Die ersten Muster und Schälversuche ergaben starke regionale Unterschiede bei den Qualitäten.

Die Qualitäten sind nicht einheitlich

Einige Mühlen berichten von sehr guten Qualitäten mit großen Kernen und einem guten Kern-Spelze-Verhältnis. In anderen Regionen wird die Haferqualität im Vergleich zu 2020 als schwächer bewertet. „Wie in den Vorjahren ist die Versorgung mit Schälhafer angespannt. Die Qualitäten scheinen bei uns das Niveau vom vergangenen Jahr nicht immer zu erreichen“, berichtet Thomas Staffen, Leiter des Rohstoffeinkaufs bei den Rubin Mühlen in Lahr und Plauen.
Ulrich Schumacher, Geschäftsführer der Fortin Mühlenwerke in Düsseldorf, hat andere Erfahrungen mit 2021er Hafer gemacht: „Wir haben Hafer aus unserer Region mit über 55 kg Hektolitergewicht erhalten. Bei Partien, deren Hektolitergewicht nicht im Wunschbereich liegt, sind jedoch die Körner groß und die Schälfähigkeit ist sehr gut.“
Bei der Versorgung aus Skandinavien und Osteuropa kündigen sich erhebliche Engpässe an. Finnland meldet eine um 25 bis 30 % niedrigere Erntemenge als 2020. Ebenso steht aus dem Baltikum weniger Hafer zur Verfügung. Da auch in Kanada die Haferernte weit unter den Vorjahren liegt, geht viel Hafer aus Schweden nach Übersee. Die deutschen Hafermühlen befürchten Versorgungsengpässe.
Landwirten, die Hafer zur Diversifizierung ihrer Fruchtfolge einplanen, empfehlen die Hafermühlen, sich rechtzeitig vor der Aussaat mit den Vermarktungspartnern in ihrer Region in Verbindung zu setzen. Auf guten Standorten und mit entsprechender landwirtschaftlicher Praxis sei der Haferanbau ökologisch und wirtschaftlich interessant.

Erzeugerpreise spiegeln Versorgung nicht wider

In Bayern hatten die Erzeugerpreise für Qualitätshafer in der vergangenen Woche (15.9) etwas nachgegeben. Aktuell (22.9) liegen die Preise wieder auf dem Niveau der Vorwochen. Mit einem Wert von 168,50 € liegt der Qualitätshafer preislich jetzt rund 25 € über dem Vorjahr. Im Vergleich zu den Preissteigerungen für andere Kulturen wie Weizen ist die Preissteigerung für Hafer aber nicht so deutlich ausgefallen.