Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Tierfutter

GVO-freie Futtermittel: Streit geht in die nächste Runde

Soja
Rainer Königer Portrait 2019
Rainer Königer
am Dienstag, 17.05.2022 - 16:38

Sind genug GVO-freie Futtermittel verfügbar? Dazu sind Deutscher Raiffeisenverband und Donau Soja geteilter Meinung.

Rainer Königer Portrait 2019

Die Frage, ob GVO-freie Futtermittel in ausreichender Menge vorhanden sein werden, entwickelt sich zu einem echten Streit zwischen dem Deutschen Raiffeisenverband (DRV) und dem Donau Soja e.V, mit Sitz in Wien.

Donau Soja lädt am Donnerstag zu einer Pressekonferenz. In der Einladung heißt es: „Die Versorgung mit non-GM Soja ist ausreichend, das zeigt eine Umfrage von Donau Soja bei wesentlichen Ölmühlen in Deutschland, Österreich, Italien, Ungarn und der Ukraine. EU-weit dürfte 2022 als Soja-Rekordjahr in die Geschichte eingehen. Der Anbau wird laut Prognosen um 10-15% steigen, diese zusätzlichen Mengen können potenzielle Ausfälle der Ukraine (und Russlands) kompensieren.“

Völlig anders sieht das der DRV, der heute prompt mit einem offenen Brief an die Präsidenten des Handelsverbands Deutschland (HDE) und des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) reagiert hat. DRV-Präsident Franz-Josef Holzenkamp weist in diesem Brief darauf hin, dass die Ukraine ein wichtiger Lieferant für GVO-freie Futtermittel ist, bzw. war: „Die Frage ist daher: Ist die Versorgung mit non-GMO-Futtermitteln in absehbarer Zukunft sichergestellt?

Die Antwort ist vor allem für die Geflügel- und Milchviehhaltung von großer Bedeutung, denn die Fütterung der Tiere mit gentechnisch nicht veränderten Futtermitteln ist dort zum Großteil gängige Praxis und wird transparent für die Verbraucher auf den Produkten angezeigt. Klar ist: Eine seriöse Prognose für die Verfügbarkeit von non-GMO-Futtermitteln in den kommenden Monaten ist nicht möglich. Zu unsicher sind die Rahmenbedingungen.“

Wer hat nun Recht? Bei der Versorgung mit GVO-freien Soja hat Donau Soja natürlich die besten Kontakte. Ob die Ukraine, die jährlich rund 30 % des eigenen GVO-freien Sojas exportiert, weiter liefern kann, ist sicher mit einem Fragezeichen behaftet.

Ein Fragezeichen steht auch hinter der Lieferung GVO-freien Rapses aus der Ukraine. Können diese Mengen substituiert werden? Die einen werden sagen „Ja“, die anderen werden sagen „Nein“.