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Mineraldünger

Grüner Stickstoffdünger vor Markteinführung

Mineraldünger
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Dienstag, 18.01.2022 - 15:43

Yara und Lantmännen wollen einen „grünen“ Dünger auf den Markt bringen und haben eine Kooperation dazu unterzeichnet.

Yara und Lantmännen sind die ersten Unternehmen, die eine kommerzielle Vereinbarung zur Markteinführung sogenannter „grüner“ Dünger unterzeichnen. Diese mit erneuerbarer Energie hergestellten grünen Stickstoff-Düngemittel sollen einen entscheidenden Beitrag zur Dekarbonisierung der Lebensmittelkette leisten und den Verbrauchern eine nachhaltigere Lebensmittelauswahl bieten.

Yara ist einer der weltweit führender Düngemittelhersteller und Lantmännen Nordeuropas führende landwirtschaftliche Genossenschaft, die in der gesamten Wertschöpfungskette tätig ist – vom Erzeuger bis zum Verbraucher. Die Zusammenarbeit sieht vor, dass ab 2023 grüne Düngemittel von Yara produziert und von Lantmännen in Schweden vermarktet werden sollen.

Bislang hoher Verbrauch an fossilen Brennstoffen

Für die Herstellung von Stickstoffdüngern wird Ammoniak benötigt, das derzeit noch unter Verwendung von fossilen Brennstoffen wie Erdgas produziert wird. Dagegen soll Ammoniak für grüne Düngemittel auf Basis von in Europa erzeugter erneuerbarer Energie hergestellt werden, wie zum Beispiel norwegische Wasserkraft.

Das Ergebnis sind Stickstoff-Düngemittel mit einem um 80 bis 90 Prozent geringeren CO2-Fußabdruck. Yara verfügt über ein Portfolio von Projekten zu grünem Ammoniak in Norwegen, den Niederlanden und Australien. Diese werden für die Herstellung von grünen Düngemitteln entscheidend sein. Gleichzeitig arbeitet Yara aktiv an der Ausweitung seines Geschäfts mit sauberem Ammoniak.

Dekarbonisierung der Lebensmittelkette

Laut Yara weisen die in der Europäischen Union und Norwegen hergestellten nitratbasierten Mineraldünger von Yara bereits heute einen um 50 bis 60 Prozent geringeren CO2-Fußabdruck auf als die meisten Nicht-EU-Stickstoffdüngemittel. Dies seidem Einsatz eines katalytischen Verfahrens zu verdanken, welches die Treibhausgasemissionen während der Produktion reduziert. Dieses Verfahren ist eines der sogenannten besten verfügbaren Techniken (BAT). Es wurde zuerst von Yara entwickelt und später mit anderen Herstellern geteilt.

Die 2023 angebotenen grünen Düngemittel auf Nitratbasis sollen durch den Assurance- und Risikomanagementanbieter DNV als unabhängiger Dritter auf Basis des Produkt-CO2-Fußabdrucks (PCF) validieren werden. Dies ist eine der etabliertesten Methoden zur Bestimmung der Klimaauswirkungen eines Produkts.

Yara arbeitet nach eigenen Angaben auch daran, die verbleibenden Auswirkungen auf das Klima zu verringern, indem es zum Beispiel recycelte Nährstoffe verwendet und die Energieeffizienz seiner Produktionsanlagen weiter verbessert.

Lantmännen setzt auf das Programm „Climate & Nature“, um ein „Farming of the Future“-Konzept zu realisieren. Es soll zur Verringerung der Klimaauswirkungen des Grünland- und Pflanzenanbaus und zur Förderung der biologischen Vielfalt beitragen. Diese Maßnahmen werden von Vertragslandwirten auf ihren eigenen Betrieben durchgeführt. Mit dem Programm hat Lantmännen nach eingenen Angaben unter anderem die Klimabilanz des Weizenanbaus seit 2015 um bis zu 30 Prozent reduziert.