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Versorgungssicherheit

Getreideexport: Russland sichert Korridor im Schwarzen Meer wieder zu

Getreideexport-Schwarzes Meer
Josef koch
Josef Koch
am Mittwoch, 02.11.2022 - 14:11

Als Folge fallen die Getreidepreise an den Börsen wieder kräftig.

Raus aus den Pantoffeln, rein in die Pantoffeln. Die Ankündigung Russlands, nun doch wieder den humanitären Korridor für den Export von Getreide aus der Ukraine über das Schwarze Meer zu unterstützen, lässt die Getreidepreise an den Börsen fallen.

An der Pariser Terminbörse für Weizen sorgte die Nachricht derweil für deutliche Kursabschläge. Der vordere Matif-Kontrakt mit Fälligkeit im Dezember 2022 kostete am 2.11. gegen 14.00 Uhr 341,75 Euro/t; das waren 18 Euro/t oder rund 5 %  weniger als das am Vortag markierte Dreiwochenhoch.

Die Unterstützung des Exportkorridors hat das russische Verteidigungsministerium heute (2.11.) in Moskau mitgeteilt. Demnach hat die Ukraine in Vermittlungen durch die Vereinten Nationen (UN) und die Türkei schriftlich zugesichert, dass der Seekorridor nur im Einklang mit den Bestimmungen der Schwarzmeer-Initiative und der entsprechenden Verordnung des Koordinationszentrums in Istanbul genutzt wird, nicht aber für militärische Operationen gegen die Russische Föderation.
 

Exporte laufen ab Mittag weiter

Laut dem Präsidenten der Türkei, Recep Tayyip Erdogan, werden die Getreideexporte über den Korridor im Schwarzen Meer ab heute Mittag fortgesetzt. Moskau hatte seine Beteiligung am sogenannten Getreideabkommen am Samstag ausgesetzt und als Grund einen „terroristischen Angriff“ der Ukraine auf seine Schwarzmeerflotte und zivile Schiffe angeführt.

Allerdings hatten trotz Russlands Rückzug aus dem Abkommen in den vergangenen Tagen mehrere Getreidefrachter die Route über das Schwarze Meer genommen.
 

 

Ukraine: 3 Mio. t weniger exportiert wegen Verzögerungen

Das Getreideabkommen war am 22. Juli unter Vermittlung der Türkei und der UN in Istanbul unterzeichnet worden. Es soll die sichere Durchfahrt von Frachtschiffen auf festgelegten Routen durch das Schwarze Meer ermöglichen, um die vom russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ausgelöste Ernährungskrise vor allem in armen Ländern abzufedern.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte indes vor gut einer Woche eine massive Behinderung der Getreideexporte aus den Schwarzmeerhäfen des Landes durch Russland beklagt. Es gebe einen künstlichen Stau von 150 Schiffen, weil Russland absichtlich deren Passage verhindere, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. Der Feind tue alles, um „unsere Lebensmittelexporte zu verlangsamen". Wegen der Verzögerungen habe die Ukraine bislang 3 Mio. t Getreide weniger als erwartet exportieren können.

Mit Material von AgE