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Getreidemarkt

Getreideexport: Für 20 Mio. t ist der Weg aus der Ukraine frei

Josef koch
Josef Koch
am Freitag, 22.07.2022 - 14:13

Russland und Ukraine einigen sich auf eine Ende der Seehafenblockade im Schwarzen Meer. Getreidepreise geraten unter Druck.

Odessa-Region-Hafen

Die Ukraine wird in Kürze wieder Getreide über ihre Häfen im Schwarzen Meer exportieren können. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen (UN), António Guterres, bestätigte, dass sich Russland und die Ukraine auf ein Ende der Seehafenblockade verständigt hätten. Minister aus beiden Ländern haben am Freitag Nachmittag (22.7.) in Istanbul ein von den UN und der Türkei vermitteltes Abkommen unterzeichnet.

Guterres sprach Medienberichten zufolge von „einem Leuchtfeuer am Schwarzen Meer. Ein Leuchtfeuer der Hoffnung - ein Leuchtfeuer der Möglichkeit - ein Leuchtfeuer der Erleichterung - in einer Welt, die es mehr denn je braucht."

Guterres war wie auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan bei der Unterzeichnung dabei. Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar hatte vor einigen Tagen angekündigt, dass bei dem Treffen in dieser Woche alle Details noch einmal überprüft würden und dann das Ergebnis der Arbeit unterzeichnet werde. Laut Akar sieht der Deal gemeinsame Kontrollen der Getreideverladung in den Häfen vor. Die Türkei werde die Route der ukrainischen Getreidefrachter über das Schwarze Meer absichern.

Börsennotierungen geben nach

Sollte die Ukraine tatsächlich den Getreideexport über die Seehäfen wieder aufnehmen können, würde dies den Weltgetreidemarkt deutlich entlasten. Laut Schätzungen liegen allein im Hafen von Odessa mehr als 20 Mio. t Getreide, die wegen des Krieges nicht ausgeführt werden konnten. Der Internationale Getreiderat (IGC) geht in seinem jüngsten Bericht von lediglich 10 Mio. t Weizen und 12 Mio. t Mais aus, die die Ukraine im aktuellen Wirtschaftsjahr 2022/23 exportieren wird. Im Vorjahr waren es noch 18,9 Mio. t Weizen beziehungsweise 23,7 Mio. t Mais.

An den Terminbörsen sorgten die Nachrichten über eine Wiederaufnahme des ukrainischen Getreideexports über das Schwarze Meer für starken Druck auf die Notierungen, insbesondere beim Weizen. An der Matif wurde der vordere Kontrakt für das wichtigste Nahrungsgetreide am Freitag um 18:15 Uhr für 325,50 Euro/t gehandelt, was gegenüber dem gestrigen Abrechnungskurs einen Abschlag von gut 25 Euro/t bedeutete. Mitte Mai hatte dieser Kontrakt mit gut 438 Euro/t seinen Höchststand markiert.

Mit Material von AgE
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