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Getreideverbrauch

Getreidebilanz: Inlandsverbrauch deutlich gesunken

Mit knapp 7,4 Mio. t Verbrauch ist Weizen das wichtigste Nahrungsgetreide in Deutschland.
BZL
am Dienstag, 06.12.2022 - 13:17

Die Futtermittelverwendung ist in der Getreidebilanz um 16 Prozent gesunken.

Im Wirtschaftsjahr 2021/22 lag der Inlandsverbrauch von Getreide bei rund 39 Millionen Tonnen, womit er laut vorläufigen Zahlen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) um fast vier Millionen Tonnen gesunken ist. Nahezu 54 % des Getreides wurden demnach als Futtermittel eingesetzt – das sind 4,6 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

Knapp 23 % des Getreideverbrauchs in Deutschland entfielen auf die Nahrungsmittelproduktion (+3 Prozentpunkte), während rund 18 % (–1 Prozentpunkt) in die industrielle und energetische Nutzung flossen. Saatgut und Verluste lagen zusammen bei knapp 6 %.

Inlandsverwendung für Futtermittel gesunken

Im Wirtschaftsjahr 2021/22 wurden in Deutschland 20,9 Mio. t Getreide und somit rund 16 % weniger für Futtermittel verwendet. Davon fielen rund 6,6 Mio. t auf Weizen sowie jeweils 5,1 Mio. t Gerste und Mais. Den zurückgegangenen Getreideeinsatz für Futtermittel führt das BZL unter anderem auf die gesunkene Mischfutterherstellung zurück. Schweinefutter als die mengenmäßig wichtigste Futtersorte ist aufgrund der gesunkenen Schweinebestände zurückgegangen. Ein weiterer Grund für den Rückgang seien die gestiegenen Kosten der Futterkomponenten.

Die wichtigsten Nahrungsgetreide: Weizen, Roggen und Hafer

8,9 Mio. t Getreide wurden für Nahrungszwecke verwendet, 3,4 % mehr als im Vorjahr. Dabei waren Weich- und Hartweizen mit einem Verbrauch von zusammen knapp 7,4 Mio. t die wichtigsten Nahrungsgetreide. Roggen folgte mit 574 000 t sowie Hafer mit 499 000 t. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Getreide ist im Wirtschaftsjahr 2021/22 wieder gestiegen (+3,3 %) und liegt nun bei 106,6 kg. Die Angaben beziehen sich auf den Getreidewert.

Der Krieg in der Ukraine könnte den Anstieg des Nahrungsverbrauchs erklären. Zu Beginn des Krieges kauften Verbraucherinnen und Verbraucher aus Sorge vor Versorgungsengpässen deutlich mehr Mehl. Zudem wurde viel Getreide in Form von Fertigprodukten wie Mehl oder Nudeln als Lebensmittelspende in die Ukraine geliefert.

Selbstversorgungsgrad steigt auf 109 Prozent

Trotz einer geringeren Ernte konnte die deutsche Landwirtschaft im Wirtschaftsjahr 2021/22 aufgrund der gesunkenen Inlandsverwendung ausreichend Getreide und Getreideerzeugnisse für den inländischen Markt bereitstellen. In der Summe über alle Getreidearten deckte die Ernte den inländischen Bedarf zu 109 % (Vorjahr: 101 %). Der Selbstversorgungsgrad von Weichweizen lag bei 126 %, der von Gerste bei 133 %. Der Inlandsverbrauch von Hartweizen konnte zu 17 % von der heimischen Landwirtschaft gedeckt werden, im Vorjahr waren es noch 15 %.

Weitere Daten zur Versorgungsbilanz Getreide gibt es auf der Internetseite der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), in der das BZL angesiedelt ist: www.ble.de/getreide.