Ebermast

Fleischwirtschaft setzt Mäster unter Druck

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Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Montag, 09.12.2019 - 12:13

Der Verband der Fleischwirtschaft warnt vor dem begrenzten Markt an Eberfleisch und setzt auf Kastration unter Isofluran. Damit setzt er nach Ansicht der ISN, den Ebermästern die Flinte auf die Brust.

Im Schreiben vom 3.12.2019 macht der Verband der Fleischwirtschaft (VdF) deutlich, dass er die Zulassung von Isofluran zur Ferkelkastration durch den Landwirt mit Sachkundenachweis unterstützt und weist im gleichen Schreiben auf die eingeschränkten Absatzmöglichkeiten für Eberfleisch hin: "Erfahrungen der Schlachtunternehmen zeigen, dass viele nationale und internationale Kunden das Fleisch von Ebern aufgrund seiner spezifischen Eigenschaften ablehnen. Das gilt auch für Improvac-Eberfleisch." Bei den möglichen Auswirkungen auf den Mäster kommt der VdF dann unverblümt zur Sache: "Wer sich für die Erzeugung und Vermarktung von Ebern bzw. Eberfleisch (mit und ohne Improvac) entscheidet, der muss sich darüber im Klaren sein, dass seine Vermarktungsmöglichkeiten eingeschränkt sind, was sich sehr wahrscheinlich auch auf Dauer im Erlös widerspiegeln wird.

Für die ISN ist das eine Kampfansage: "Während Schweinehalter aus Norddeutschland als eine Vermarktungsalternative das 100.000 Improvac-Eber-Projekt vorantreiben, macht der VDF Stimmung gegen die Jungebermast mit oder auch ohne Impfung und droht unverhohlen mit der Preiskeule. Damit macht er Druck auf die Schweinehalter, weiter zu kastrieren" beschwert sich die Interessengemeinschaft.

Dem VdF setz die ISN nun eine eigene Forderung entgegen: "Die Devise muss heißen, nicht Abschläge für Jungeber, sondern Aufschläge für Sonderwünsche – also die Kastraten!" In dieser Frage stünde die Landwirtschaft geschlossen zusammen. Und die Interessengemeinschaft gibt eine Ausblick darauf, was ansonsten passieren könnte: "Vielleicht stehen die Schlepper demnächst nicht nur am Brandenburger Tor sondern auch vor den Toren der Marktakteure (Schlachter, Fleischverarbeiter und Händler), die sich weiter stumpf verweigern!"