Schlachtungen

Fleischerzeugung ging 2020 zurück

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Mittwoch, 14.04.2021 - 12:51

Die Fleischerzeugung durch gewerbliche Schlachtunternehmen ging nach vorläufigen Ergebnissen gegenüber 2019 um 1,6 % auf 7,8 Millionen Tonnen zurück.

Wiesbaden - Dies geht aus den Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervor. Damit war der Rückgang in etwa vergleichbar mit dem im Jahr 2019 (-1,4 % gegenüber 2018). Die Ergebnisse legen nahe, dass die durch coronabedingte Betriebsschließungen entstandenen Kapazitätsengpässe von anderen Betrieben aufgefangen werden konnten. Insgesamt wurden in den Schlachtbetrieben 57,6 Millionen Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde sowie 670,1 Millionen Hühner, Puten und Enten geschlachtet.

Schweinefleisch: Schlachtmenge um 2,4 % gesunken

Schlachtungen

Mit 53,2 Millionen geschlachteten Tieren im Jahr 2020 ging die Zahl der geschlachteten Schweine gegenüber dem Vorjahr um 3,5 % zurück. So verringerte sich die Zahl der geschlachteten Schweine inländischer Herkunft um 1,7 % auf 50,9 Millionen Tiere. Die Zahl importierter Schweine, die in deutschen Betrieben geschlachtet wurden, sank um 31,3 % auf 2,3 Millionen Tiere. Insgesamt betrug die im Jahr 2020 in Deutschland produzierte Menge an Schweinefleisch 5,1 Millionen Tonnen, das waren 2,4 % weniger als 2019. 

Rindfleisch: Schlachtmenge um 2,8 % gesunken

Die Zahl der im Jahr 2020 gewerblich geschlachteten Rinder sank gegenüber 2019 um 4,2 % auf 3,2 Millionen Tiere. Die produzierte Schlachtmenge von 1,1 Millionen Tonnen Rindfleisch lag 2,8 % unter dem Vorjahresergebnis. 

Geflügelfleisch: Schlachtmenge um 1,9 % gestiegen

Im Gegensatz zur Schweine- und Rindfleischproduktion ist die Menge an erzeugtem Geflügelfleisch im Jahr 2020 gegenüber 2019 um 1,9 % auf 1,6 Millionen Tonnen gestiegen. So wurden mit 1,1 Millionen Tonnen 2,9 % mehr Jungmasthühnerfleisch erzeugt. Auch die Erzeugung von Putenfleisch (Truthuhnfleisch) erhöhte sich um 1,3 % auf 0,5 Millionen Tonnen.

Zehnjahresvergleich: Schlachtmenge von Geflügel seit 2010 um 17 % gestiegen

Von 2010 bis 2020 ist die Menge an erzeugtem Geflügelfleisch um 17 % gestiegen, während die produzierte Menge an Schweine- und Rindfleisch – mit leichten Schwankungen in einzelnen Jahren – in etwa auf dem gleichen Niveau geblieben ist.

Schlachtmengen und Zahlen für 2020 gegenüber Vorjahr

Tierart Einheit 2019 2020 (1) Veränderung
gegenüber
Vorjahr
in %
(1): Vorläufige Ergebnisse.
Schweine 1 000 Tiere 55 131,0 53 214,5 -3,5
  1 000 t 5 227,6 5 101,7 -2,4
Rinder insgesamt 1 000 Tiere 3 386,3 3 244,8 -4,2
  1 000 t 1 110,7 1 079,3 -2,8
davon:
Kälber 1 000 Tiere 323,1 309,7 -4,2
  1 000 t 47,9 45,6 -4,7
Jungrinder 1 000 Tiere 17,8 16,4 -7,8
  1 000 t 3,0 2,8 -6,3
Färsen 1 000 Tiere 573,3 554,7 -3,2
  1 000 t 177,0 174,9 -1,2
Kühe 1 000 Tiere 1 186,1 1 101,4 -7,1
  1 000 t 367,0 345,7 -5,8
Ochsen 1 000 Tiere 23,0 23,9 3,7
  1 000 t 8,0 8,3 4,9
Bullen 1 000 Tiere 1 263,0 1 238,7 -1,9
  1 000 t 507,9 502,0 -1,2
Schafe insgesamt 1 000 Tiere 1 121,5 1 183,7 5,5
  1 000 t 23,1 24,2 5,1
davon:
Lämmer 1 000 Tiere 990,0 1 045,3 5,6
  1 000 t 19,0 19,9 5,1
Übrige Schafe 1 000 Tiere 131,5 138,4 5,2
  1 000 t 4,1 4,3 5,3
Ziegen 1 000 Tiere 22,5 21,8 -3,0
  1 000 t 0,4 0,4 -3,0
Pferde 1 000 Tiere 5,0 4,1 -17,9
  1 000 t 1,3 1,1 -17,9
Zusammen 1 000 t 6 363,1 6 206,7 -2,5
Geflügel 1 000 t 1 583,8 1 613,6 1,9
darunter: 
Jungmasthühner 1 000 Tiere 620 567,7 623 165,2 0,4
  1 000 t 1 036,2 1 066,5 2,9
Enten 1 000 Tiere 15 876,5 12 071,0 -23,9
  1 000 t 34,6 26,5 -23,4
Truthühner (Puten) 1 000 Tiere 34 226,0 34 900,3 1,9
  1 000 t 470,6 476,8 1,3
Insgesamt 1 000 t 7 946,8 7 820,4 -1,6