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Nahrungsmittelpreise

FAO-Lebensmittelpreisindex erreicht Allzeithoch

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Externer Autor
am Dienstag, 08.03.2022 - 15:46

Der bisherige Höchststand vom Februar 2011 wurde pulverisiert. Die größten Zuwächse gab es bei Pflanzenölen und Milch.

Der FAO-Lebensmittelpreisindex hat im Februar 2022 ein neues Allzeit-Hoch erfahren. Mit durchschnittlich 140,7 Punkten lag der Wert 5,3 Punkte oder 3,9% über dem Niveau vom Januar und sogar 24,1 Punkte (20,7%) höher als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Der bisherige Höchststand vom Februar 2011 wurde damit um 3,1 Punkte überschritten, teilte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) mit.

Den Ausschlag für die Entwicklung gaben deutliche Preiszuwächse bei Pflanzenölen sowie Milch- und Molkereiprodukten. Steigerungen wurden auch bei den Preisen für Getreide und Fleisch registriert, während der Teilindex Zucker den dritten Monat in Folge nach unten zeigte. Der FAO-Lebensmittelpreisindex bildet monatliche Preisänderungen eines Korbs international gehandelter Nahrungsmittelrohstoffe ab.

Getreide mit im Sog der Preissteigerungen

Der FAO-Getreidepreisindex legte im Februar um 4,2 Punkte oder 3% auf durchschnittlich 144,8 Punkte gegenüber Januar zu und lag damit 18,7 Punkte oder 14,8% über dem Wert des Vorjahres. Im Februar sind die Notierungen für alle wichtigen Getreidearten gestiegen. Konkret sind die weltweiten Weizenpreise um 2,1% nach oben geklettert, was die FAO größtenteils auf aktuelle globale Versorgungsunsicherheiten inmitten von Störungen in der Schwarzmeer-Region zurückführte.

Der FAO-Preisindex für Pflanzenöle markierte im Februar mit durchschnittlich 201,7 Punkten ein neues Rekord-Hoch und legte um 15,8 Punkte oder 8,5% im Vergleich zum Januar zu. Die anhaltende Preisstärke begründete die FAO in erster Linie mit einem Plus für Palm-, Soja- und Sonnenblumenöl. Bei den internationalen Palmölpreisen handelte es sich um den zweiten monatlichen Zuwachs in Folge, bedingt durch eine anhaltende globale Importnachfrage, die mit einer geringeren Exportverfügbarkeit aus Indonesien, dem weltweit führenden Palmölexporteur, zusammenfiel. Auch die weltweiten Sojaölpreise notierten aufgrund getrübter Aussichten für die Sojabohnenproduktion in Südamerika erneut höher. Für Sonnenblumenöl gab es ebenso ein deutliches Preisplus, das durch Bedenken hinsichtlich der Störungen in der Schwarzmeer-Region, die möglicherweise die Exporte beeinträchtigen könnten, gestützt wurde. Nicht zuletzt wirkten auch die hohen Rohölpreise preissteigernd auf den Pf lanzenölkomplex.

FAO-Milchpreisindex: Steigerung um 6,4%

Der FAO-Milchpreisindex zeigte im Februar den sechsten Monat in Folge nach oben. Die FAO berichtete von einer Steigerung um 8,5 Punkte oder 6,4% auf durchschnittlich 141,1 Punkte gegenüber Jänner sowie um 28 Punkte oder 24,8% im Vergleich zum entsprechenden Monat des Vorjahres. Die anhaltende Verknappung auf den globalen Märkten aufgrund geringerer Milchlieferungen in Westeuropa und Ozeanien zogen die internationalen Notierungen für alle im Index vertretenen Milchprodukte nach oben. Neben dem knappen globalen Angebot führte die anhaltende Importnachfrage, insbesondere aus Nordasien und dem Nahen Osten, zu einem starken Anstieg der Notierungen für Vollmilchpulver und Käse. Die internationalen Preise für Magermilchpulver kletterten ebenfalls deutlich nach oben, was auf verringerte Milchlieferungen für Trocknungsanlagen in Westeuropa zurückzuführen war, während die Butterpreise von einer hohen Nachfrage nach Spotlieferungen profitierten, so die FAO.
 

Fleisch mit relativ dezenten Steigerungen

Der FAO-Fleischpreisindex erreichte im Februar im Durchschnitt 112,8 Punkte, was einem Plus von 1,2 Punkten oder 1,1% im Monatsvergleich sowie von 15 Punkten oder 15,3% gegenüber dem Vorjahresstand entsprach. Im Februar erreichten die internationalen Notierungen für Rindfleisch aufgrund einer starken globalen Importnachfrage ein neues Rekord-Hoch. Eine knappe Versorgung mit schlachtfertigem Vieh in Brasilien sowie eine hohe Nachfrage in Australien wegen dem dortigen Herdenaufbau trugen laut FAO dazu bei. Auch die Preise für Schweinefleisch notierten im Februar etwas höher, was auf eine rege Binnennachfrage und ein geringeres Angebot an Schweinefleisch in der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten zurückzuführen war.

Der FAO-Zuckerpreisindex fiel im Februar auf den niedrigsten Stand seit Juli 2021. Mit einem Minus von 2,1 Punkten oder 1,9% auf durchschnittlich 110,6 Punkte gegenüber Jänner handelte es sich um den dritten monatlichen Rückgang in Folge. Günstige Produktionsaussichten in wichtigen Exportländern, insbesondere Indien und Thailand, sowie verbesserte Anbaubedingungen in Brasilien belasteten die Zuckerpreise weltweit. Auch die sinkenden Ethanolpreise in Brasilien gaben dem Abwärtsdruck einen Schub. Die Aufwertung des brasilianischen Real gegenüber dem US-Dollar, die Lieferungen aus Brasilien weniger attraktiv macht, verhinderte jedoch größere Rückgänge der weltweiten Preise für Zucker, so die FAO. (Schluss) hub