Milchmarkt

EU: Starker Rückgang der Ausfuhren von Magermilchpulver

Milchvieh-MR
Kein Bild vorhanden
Externer Autor
am Freitag, 29.05.2020 - 14:31

Exporte von Butter haben sich dagegen im ersten Quartal 2020 deutlich erhöht.

Brüssel - Der EU-Außenhandel mit Molkereiprodukten ist im ersten Quartal 2020 sehr unterschiedlich verlaufen. Während die Exporte von Butter stark erhöht werden konnten, wurde bei Magermilchpulver ein deutliches Minus verzeichnet.

Weniger markant fiel der Rückgang bei Käse aus, die Ausfuhren von Vollmilchpulver konnten leicht zulegen. Dies geht aus aktuellen Daten der Milchmarkt-Beobachtungsstelle der EU-Kommission hervor. Die Zahlen spiegeln nicht nur erste Einflüsse der Corona-Pandemie, sondern auch die Folgen des Brexit wider.

Butterexporte um 37% gesteigert

Bei Butter legten die Drittlandexporte der EU von Januar bis März 2020 um 37% auf rund 66.200 t zu. Der größte Abnehmer war das Vereinigte Königreich, das aufgrund des Brexit in dieser Statistik nicht mehr als Mitgliedsland, sondern als Drittland-Abnehmer angeführt wird. Die Lieferungen nach Großbritannien fielen mit 13.800 t um 18% geringer als im Vorjahreszeitraum aus. Dem gegenüber kauften die USA mit gut 8.000 t um 17% mehr Ware in Europa. Drittgrößter Kunde waren mit 5.500 t Saudi-Arabien, das seine Bezüge aus der EU mehr als verdoppelte (+176%).

Die EU-Exporte von Magermilchpulver schrumpften im ersten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitrum um 24% auf 197.600 t. Im Ranking wurde China von Algerien überholt, das seine Importe aus der Union um 21% auf 33.500 t erhöhte und sich damit den Spitzenplatz sicherte. China hatte seine Bezüge um 11% auf 24.800 t reduziert. Deutlich geringer fielen auch die Lieferungen nach Ägypten mit 15.100 t (-19%) und nach Indonesien mit 9.400 t (-68%) aus.

Bei Magermilchpulver dürfte sich die Corona-Pandemie im März bereits spürbar ausgewirkt haben. Die Exportkurve zeigt in diesem Monat bereits einen Knick nach unten. Wie berichtet, wurde der Außenhandel der EU mit Milchprodukten im März bereits durch die Zurückhaltung der asiatischen Käufer, durch Logistikprobleme und verschärfte Konkurrenz am Weltmarkt durch Billiganbieter aus den USA beeinträchtigt.