Milchkonsum

EU-Schulmilchprogramm: Förderung von Pflanzendrinks

Milch
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Dienstag, 26.10.2021 - 09:39

Sollen in Zukunft Pflanzendrinks gefördert werden? Der Bundesverband Rind und Schwein sieht darin eine Gefahr für die Milchbauern.

Auf Initiative des Landes Sachsen hat sich der Bundesrat auf seiner Sitzung am 08. Oktober 2021 für eine Änderung der Verordnung zum Schulmilchprogramm ausgesprochen (TOP 17). Das rd. 210 Mio Euro umfassende EU-Programm soll durch spezifische EU-Förderprogramme zur Stärkung der gesunden Ernährung und Ernährungsbildung von Kindern und Jugendlichen ergänzt und verbindliche Absatzwege für regional erzeugte, ökologische Produkte jenseits von Milch, Obst und Gemüse eröffnet werden.

Das würde den Weg freimachen, dass künftig aus dem Programm auch alternative Pflanzendrinks finanziert werden dürfen.

BRS bemängelt Begründung

"Das ist grundsätzlich nicht schlecht", urteilt der Bundesverband Rind und Schwein (BSR). Allerdings sei die Begründung teilweise an den Haaren herbeigezogen; die Alternativgetränke seien überteuert und die Wertschöpfung für die Landwirte tendiere gegen Null. Es bestehe das Risiko, dass die gepriesene Wahlfreiheit zu Lasten naturbelassener regionaler Getränke (Milch) mit einem hohen Nährwert erkauft wird. Was völlig vergessen wird: je Kilogramm auf Pflanzenbasis hergestellte Lebensmittel fallen mindestens vier Kilo nicht-essbare Biomasse an, die derzeit nur über die Tierhaltung verwertet werden können.