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Milchpreis

EU: Milchmarkt-Notierungen weiter im Aufwind

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Externer Autor
am Donnerstag, 31.03.2022 - 16:48

Die EU-Notierungen für Standard-Milchprodukte hatten bereits zu Jahresende 2021 ein sehr hohes Niveau erreicht und kletterten im ersten Quartal 2022 weiter nach oben.

Milch

Das Vorjahresniveau wird weiterhin in allen Kategorien - insbesondere bei Butter und Milchpulver, aber auch bei Käse - deutlich übertroffen. Dies geht aus den jüngsten Daten der Marktbeobachtungsstelle der EU-Kommission hervor. Der seit August 2021 beobachtete steile Kursanstieg wird von Experten vor allem auf die weltweit stagnierende Milchanlieferung und die anhaltend gute Nachfrage auf den internationalen Märkten zurückgeführt.

Nach Angaben der EU-Kommission lagen die Preise für Butter am 20. März 2022 im EU-Schnitt bei 631 Euro/100 kg und übertrafen damit die Vorjahreslinie um beachtliche 61%. Magermilchpulver notierte bei 392 Euro/100 kg, das waren um 60% mehr als ein Jahr zuvor. Bei Vollmilchpulver wurde ein mittlerer Wert von 481 Euro/100 kg erreicht, was einem Plus von 52% im Vergleich mit dem Vorjahr entspricht. Die Notierung für Cheddar-Käse hatte im abgelaufenen Jahr nur wenig Bewegung nach oben gezeigt, im ersten Quartal 2022 legte sie aber spürbar zu. Mit 369 Euro/100 kg wies sie am 20. März gegenüber dem Vorjahresniveau einen Anstieg um 20% auf.

Gute Nachfrage trifft auf begrenztes Angebot

Zur positiven Kursentwicklung hat neben der guten Nachfrage vor allem auch das begrenzte Milchangebot in der EU und den wichtigsten internationalen Produktionsländern beigetragen. Nach Angaben der EU-Kommission lag die Rohmilchanlieferung in der EU im Jänner 2022 um 0,7% unter dem Vorjahresniveau, nachdem sie in den Monaten davor bereits stagniert hatte.

Neuseeland wies von Beginn der neuen Milchsaison (Juni 2021) bis Januar 2022 eine gegenüber dem Vorjahrszeitraum um 3,8% geringere Milchproduktion auf, Australien meldete ein Minus von 2,6% (Juli bis Januar). Die USA verarbeiteten im Jänner 2022 um 1,6% weniger Rohmilch als im Vergleichsmonat 2021.

Die sinkende Rohmilchproduktion ist einerseits auf schlechte Witterungsbedingungen, vor allem in Ozeanien, zurückzuführen. Gleichzeitig wirken sich die stark gestiegenen Produktionskosten dämpfend auf die Milcherzeugung aus. Laut Berechnungen der EU-Kommission waren die Energiekosten der Landwirte in der Union Mitte März 2022 um 54% und die Futtermittelpreise um 25% höher als im Vormonat. Zum Vergleich: Die Erzeugermilchpreise legten in der EU im Februar 2022 im Schnitt um 0,6% gegenüber dem Vormonat zu.